Bemerkenswerte Fotografin

Am 10. Oktober 2021verstarb Evelyn Richter einundneunzigjährig in einem Dresdner Pflegeheim. Anläßlich ihres 80. Geburtstages gab es im Dresdner Leonhardi Museum eine gelungene Ausstellung, die ich leider versäumt habe. Besonders ihr Foto „An der Museumsinsel“ mit dem Binnenschiff „Traumland“ im Vorder- und dem im Nebel gerade noch sichtbaren Berliner Dom im Hintergrund faszinieren mich immer wieder.

Causa Thielemann

Den Vertrag von Christian Thielemann als Chefdirigent der Dresdner Staatskapelle nicht zu verlängern, halte ich für eine Dummheit sondergleichen, gleichwohl jedoch absehbar. Denn unbequeme und schwierige Charaktere wie Thielemann, die aber gleichzeitig für höchstes Niveau und Qualität stehen, haben es heute schwer. Die vorgeschobenen Gründe für die Nichtverlängerung des Vertrages halte ich für genau das: vorgeschoben. Man wollte den unbequemen Preußenverehrer Thielemann mit seiner „gestrigen“ Vorliebe für die romantische deutsche Musik des 19. Jahrhunderts einfach loswerden. Thielemann wird das nicht beschädigen. Aber für die sächsische Staatsregierung ist dieses Vorgehen ein Armutszeugnis. Man kann zu Thielemann stehen wie man will aber sein Arbeitsethos, seine Disziplin und seine Konzentration auf das Wesentliche bewundere ich sehr.

Hier ein schönes Interview mit Christian Thielemann:

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Mont Klamott

Gestern mit N. zu Fuß durch Dresden von der Südvorstadt bis zum Heller. Dort dann auf den Halden herumgestiegen, die nach dem letzten Kriege aus den Trümmern der Stadt aufgeschüttet wurden und heute saniert und Biotope sind. Da oben ist es ruhig und grün, die Stadt hingegen wird mir immer unerträglicher. Wie kann man diesen dauernden Lärm nur aushalten? Nicht grundlos versuche ich N. meist in ländliche Gebiete zu verschleppen. Ich kann mich nicht konzentrieren bei Lärm bzw. nur darauf meine aufsteigende Aggressivität zurückzudrängen. Doch gestern hat sich N. als Stadtkind durchgesetzt. Zur Strafe musste sie sich meine Sniper-Phantasien anhören, wie ich von erhöhtem Standpunkt aus für Ruhe sorge. Doch dieses nur am Rande. Schön war das Treffen trotzdem nach so langer Zeit.

Stadtbummel

Mit N. durch die Stadt gebummelt. Von der Altstadt über die Augustusbrücke und dann flussabwärts immer an der Elbe entlang. Ursprünglich wollten wir zu einem Vortrag gehen aber dafür war mir das Wetter zu schön. Unterwegs gesonnt und gut unterhalten. Nach meinem Geschmack zu viele Menschen unterwegs aber es war trotzdem schön. Und wieder diese Merkwürdigkeit festgestellt, ist man alleine unterwegs sehen einen die Frauen, denen man begegnet, kaum ins Gesicht, sie nehmen anscheinend gar keine Notiz von einem. Ist man jedoch in Begleitung einer Frau wird man interessiert zur Kenntnis genommen, die Frauen schauen einen länger an, direkt in die Augen und halten länger den Blickkontakt. Auf dem Rückweg durch die Stadt hat N. mir Kokoswasser gekauft. Ich sollte das mal probieren. Schmeckt merkwürdig aber ich habe es tapfer ausgetrunken.

Schöner Nachmittag

Stadtspaziergang mit N. Eine große Runde durch die Südvorstadt, den Großen Garten, die Johannstadt mit dem Trinitatis-Friedhof und die Altstadt mit Einkehr in einem der vielen Lokale auf dem pittoresken Neumarkt. Unsere Unternehmungen haben mittlerweile eine gewisse Regelmäßigkeit. Oftmals vergehen Wochen oder Monate dazwischen, so nutzt sich nichts ab oder führt zu Langeweile, weil in der Zwischenzeit genug passiert was berichtenswert ist. Zwar ausgeprägter Einzelgänger genieße ich unsere gemeinsame Zeit immer sehr.