Stadtbummel

Mit N. durch die Stadt gebummelt. Von der Altstadt über die Augustusbrücke und dann flussabwärts immer an der Elbe entlang. Ursprünglich wollten wir zu einem Vortrag gehen aber dafür war mir das Wetter zu schön. Unterwegs gesonnt und gut unterhalten. Nach meinem Geschmack zu viele Menschen unterwegs aber es war trotzdem schön. Und wieder diese Merkwürdigkeit festgestellt, ist man alleine unterwegs sehen einen die Frauen, denen man begegnet, kaum ins Gesicht, sie nehmen anscheinend gar keine Notiz von einem. Ist man jedoch in Begleitung einer Frau wird man interessiert zur Kenntnis genommen, die Frauen schauen einen länger an, direkt in die Augen und halten länger den Blickkontakt. Auf dem Rückweg durch die Stadt hat N. mir Kokoswasser gekauft. Ich sollte das mal probieren. Schmeckt merkwürdig aber ich habe es tapfer ausgetrunken.

Schöner Nachmittag

Stadtspaziergang mit N. Eine große Runde durch die Südvorstadt, den Großen Garten, die Johannstadt mit dem Trinitatis-Friedhof und die Altstadt mit Einkehr in einem der vielen Lokale auf dem pittoresken Neumarkt. Unsere Unternehmungen haben mittlerweile eine gewisse Regelmäßigkeit. Oftmals vergehen Wochen oder Monate dazwischen, so nutzt sich nichts ab oder führt zu Langeweile, weil in der Zwischenzeit genug passiert was berichtenswert ist. Zwar ausgeprägter Einzelgänger genieße ich unsere gemeinsame Zeit immer sehr.

Spaziergang

Seit langem wieder einmal mit N. unterwegs gewesen. Ich genieße unsere langen Spaziergänge und Gespräche immer sehr. Wir streiften dieses Mal im Dresdner Süden umher, durch das Uni-Gelände, wo sich vieles verändert hat seit ich dort studiert habe, über die Südhöhe zum Fichtepark und wieder zurück zum Bismarckturm auf der Räcknitzhöhe. Der Turm war geöffnet und wir kletterten hinauf. Ich bin noch nie da oben gewesen. Selbst in der beginnenden Dämmerung und bei diesigem Wetter hatten wir einen schönen Rundblick über das gesamte Elbtal. Danach noch Einkehr in eine feine Kneipe und im Dunklen zurück zum Ausgangspunkt.

Vortrag

Mit N. bei einem Vortrag gewesen. Später in einem Restaurant gegessen, unterhalten und durch die Stadt gewandert. Alles ganz harmlos, ungezwungen aber keineswegs banal. Sehr angenehm. Konklusion: Ich kann auch »Sozialleben«. Einzelgängerisches Verhalten dennoch bevorzugt.

Streifzug

Mit N. einen Nachmittag an der Elbe unterwegs. Sonnig aber windig und kalt. Einen Abstecher in die Tierklinik gemacht und Schmerzmittel für ihre Katze geholt, die auch krank ist. Durch die Parks der Elbeschlösser gestreift, an der Saloppe vorbei zum Blauen Wunder. Schließlich im Schillergarten eingekehrt. Erst im Dunklen zurück.

Stadtwanderung

Mit N. den ganzen Tag bis es dunkel war durch die Stadt gelaufen. Touristenhotspots dabei schnell passiert. Den Kopf geschüttelt über Beliebigkeitsinvestorenarchitektur in Klotzbauweise mit Alibisandsteinverkleidung, durch Zaunlöcher in archäologische Ausgrabungen geschaut, vielfältige Kellergewölbe aus mehreren Jahrhunderten bewundert, die darauf warten abgebaggert und mit Beliebigkeitsinvestorenarchitektur in Klotzbauweise mit Alibisandsteinverkleidung überbaut zu werden. Der Fortschritt kennt keine Grenzen. Die Puppenstube Neumarkt ist aus anderen Gründen misslungen. Da erscheint einem der Stalin-Barock der Wilsdruffer Straße noch authentischer. Vielleicht wird es mit etwas Patina nach ein paar Jahren besser. Schließlich am Landtag vorbei auf die Schlachthofinsel, auf einer Bank gesessen und über die Elbe nach Pieschen hinüber geschaut, am Alberthafen auf den Trümmerberg geklettert und in der Dämmerung über den Alten Katholischen Friedhof in der Friedrichstadt gestreift.

Kriegsende

Mitte April 1945 startet ein Flugzeug vom Flughafen Klotzsche, Kurs Westen. An Bord zwei Unteroffiziere, ein Gefreiter und drei Luftwaffenhelferinnen. Die Maschine kommt nicht weit, bereits über Freital in Brand geschossen, schafft sie es noch über den Windberg und stürzt ins benachbarte Poisental. Alle Insassen tot. Und da hört es mit den Fakten schon auf und die Spekulation setzt ein, man munkelt von Desertion. Was steckt dahinter? Ein mysteriöser letzter Auftrag? Eine oder mehrere große Liebesgeschichten? Reiner Überlebenswillen, einfach nicht mit dem tausendjährigen Reich sterben wollen? Man könnte einen hollywoodesken Plot daraus weben.

Wilde Tiere

Die Luchse wurden angesiedelt, die Wölfe kamen von alleine zurück und in letzter Zeit auch immer mal ein Elch. Vor ein paar Jahren verunglückte einer beim Sprung über einen Eisenzaun in Dresden leider tödlich, der vorletzte hinterließ im Erzgebirge nur ein paar Spuren im Schnee und verschwand wieder in unbekannte Richtung.

Der vorerst letzte Elch wurde vor ein paar Tagen bei Siemens vom Flur geholt (Link) und nach Ostsachsen gebracht. Ich freue mich, dass bei solchen verirrten Tieren zuerst an Betäubung und Umsiedlung gedacht wird und nicht sofort ans totschießen.

Hochwasser 2013

Heute in Dresden gewesen. Am behelfsmäßigen Ausschank des Fährgartens, der eigentliche lag zu der Zeit schon zwei Meter unter Wasser, etwas verweilt und auf den ungeheuer angewachsenen Strom geschaut. Der auffälligste Unterschied zum Hochwasser in den Gebirgstälern ist die Ruhe, in der die Katastrophe hier vor sich geht. Im Gebirge brüllt und tost das Wasser wie verrückt zu Tale, in Dresden strömt das riesige, braune Monster still und nur manchmal unheimlich gurgelnd vorbei.

Die Elbe wird die 9,40 Meter von 2002 nicht erreichen, die bisherigen 8,54 Meter reichen aber schon, dieses Hochwasser zu einem der herausragenderen der neueren Geschichte zu machen.