Vortrag

Mit N. bei einem Vortrag gewesen. Später in einem Restaurant gegessen, unterhalten und durch die Stadt gewandert. Alles ganz harmlos, ungezwungen aber keineswegs banal. Sehr angenehm. Konklusion: Ich kann auch »Sozialleben«. Einzelgängerisches Verhalten dennoch bevorzugt.

Streifzug

Mit N. einen Nachmittag an der Elbe unterwegs. Sonnig aber windig und kalt. Einen Abstecher in die Tierklinik gemacht und Schmerzmittel für ihre Katze geholt, die auch krank ist. Durch die Parks der Elbeschlösser gestreift, an der Saloppe vorbei zum Blauen Wunder. Schließlich im Schillergarten eingekehrt. Erst im Dunklen zurück.

Stadtwanderung

Mit N. den ganzen Tag bis es dunkel war durch die Stadt gelaufen. Touristenhotspots dabei schnell passiert. Den Kopf geschüttelt über Beliebigkeitsinvestorenarchitektur in Klotzbauweise mit Alibisandsteinverkleidung, durch Zaunlöcher in archäologische Ausgrabungen geschaut, vielfältige Kellergewölbe aus mehreren Jahrhunderten bewundert, die darauf warten abgebaggert und mit Beliebigkeitsinvestorenarchitektur in Klotzbauweise mit Alibisandsteinverkleidung überbaut zu werden. Der Fortschritt kennt keine Grenzen. Die Puppenstube Neumarkt ist aus anderen Gründen misslungen. Da erscheint einem der Stalin-Barock der Wilsdruffer Straße noch authentischer. Vielleicht wird es mit etwas Patina nach ein paar Jahren besser. Schließlich am Landtag vorbei auf die Schlachthofinsel, auf einer Bank gesessen und über die Elbe nach Pieschen hinüber geschaut, am Alberthafen auf den Trümmerberg geklettert und in der Dämmerung über den Alten Katholischen Friedhof in der Friedrichstadt gestreift.

Kriegsende

Mitte April 1945 startet ein Flugzeug vom Flughafen Klotzsche, Kurs Westen. An Bord zwei Unteroffiziere, ein Gefreiter und drei Luftwaffenhelferinnen. Die Maschine kommt nicht weit, bereits über Freital in Brand geschossen, schafft sie es noch über den Windberg und stürzt ins benachbarte Poisental. Alle Insassen tot. Und da hört es mit den Fakten schon auf und die Spekulation setzt ein, man munkelt von Desertion. Was steckt dahinter? Ein mysteriöser letzter Auftrag? Eine oder mehrere große Liebesgeschichten? Reiner Überlebenswillen, einfach nicht mit dem tausendjährigen Reich sterben wollen? Man könnte einen hollywoodesken Plot daraus weben.

Wilde Tiere

Die Luchse wurden angesiedelt, die Wölfe kamen von alleine zurück und in letzter Zeit auch immer mal ein Elch. Vor ein paar Jahren verunglückte einer beim Sprung über einen Eisenzaun in Dresden leider tödlich, der vorletzte hinterließ im Erzgebirge nur ein paar Spuren im Schnee und verschwand wieder in unbekannte Richtung.

Der vorerst letzte Elch wurde vor ein paar Tagen bei Siemens vom Flur geholt (Link) und nach Ostsachsen gebracht. Ich freue mich, dass bei solchen verirrten Tieren zuerst an Betäubung und Umsiedlung gedacht wird und nicht sofort ans totschießen.

Hochwasser 2013

Heute in Dresden gewesen. Am behelfsmäßigen Ausschank des Fährgartens, der eigentliche lag zu der Zeit schon zwei Meter unter Wasser, etwas verweilt und auf den ungeheuer angewachsenen Strom geschaut. Der auffälligste Unterschied zum Hochwasser in den Gebirgstälern ist die Ruhe, in der die Katastrophe hier vor sich geht. Im Gebirge brüllt und tost das Wasser wie verrückt zu Tale, in Dresden strömt das riesige, braune Monster still und nur manchmal unheimlich gurgelnd vorbei.

Die Elbe wird die 9,40 Meter von 2002 nicht erreichen, die bisherigen 8,54 Meter reichen aber schon, dieses Hochwasser zu einem der herausragenderen der neueren Geschichte zu machen.