Parkansichten

Sitze verrotzt aber vergnügt auf einer Bank im Schlosspark von Pillnitz in der Sonne und beobachte Eichhörnchen, Mandarinenten und die wenigen Touristen. Von den Mitarbeitern der Parkverwaltung werden gerade die großen Kübelpflanzen eingesammelt und in die Orangerie verfrachtet. Die Kamelie wird sicher auch bald eingehaust, letzte Nacht war es schon Nahe null Grad. Jetzt tanzen Unmengen kleiner Insekten in der warmen Sonne und die Spinnweben fliegen. Ich liebe den stillen Herbst. Das Leben ist schön.

Wasserstandsmeldung

Keine Probleme beim Wechsel vom Tag- in den Nachtbetrieb. Um so größere bei der Rückumstellung auf den üblichen Rhythmus – Migräne, Schlafstörungen und wüste Träume sind die Folge. Einer der wenigen Nachteile beim Dauernachtdienst. Für mich überwiegen dennoch die Vorteile.

An freien Tagen jetzt vielfach an der Elbe außerhalb der Städte unterwegs. Gestern zum Beispiel gegenüber von Kreinitz in geschichtsträchtiger Gegend auf einem Baumstamm im Schatten gesessen und Raubfische bei der Jagd beobachtet. Die Opfer – kleine fingerlange Schwarmfischlein – sprangen aus dem Wasser in alle Richtungen davon.

 

Städtchentour

An einem meiner freien Tage nochmals in Mühlberg/Elbe gewesen. Die Stadt war mir bisher nur durch verschiedene geschichtliche Daten ein Begriff und durch das sogenannte Wunder von Mühlberg als die Deiche bei den großen Hochwässern 2002 und 2013 wider Erwarten nicht gebrochen sind.

Stadtrundgang und Streif durch die nähere Umgebung. Ich mag diese kleinen Landstädtchen, an denen der große Radau vorbei gegangen ist. Im Klosterhof traf ich wie letztes Mal auf die dort beheimatete langhaarige Katze. Kurzes Gespräch mit Streicheleinheiten. Die Stadt ist von mehrere Baggerseen umgeben, die so schöne Namen wie »Elbekies IV« tragen. Klingt ein wenig nach einem Song von Element of Crime.

Brandenburgische Beobachtungen

Hier just an der Elbe bei Mühlberg in der Sonne sitzend, komme ich nicht umhin mitzuteilen, die ersten Mehlschwalben des Jahres soeben gesichtet zu haben. Des Weiteren gibt es hier verschiedene Reiherarten, mindestens zwei Schwäne und auch Möwen. Manchmal springt ein Fisch aus dem Wasser und drüben auf der anderen Elbseite grast eine Schafherde. Dies nur zur Kenntnisnahme. Möchte noch anfügen: Das Leben ist schön.

Stadtbummel

Mit N. durch die Stadt gebummelt. Von der Altstadt über die Augustusbrücke und dann flussabwärts immer an der Elbe entlang. Ursprünglich wollten wir zu einem Vortrag gehen aber dafür war mir das Wetter zu schön. Unterwegs gesonnt und gut unterhalten. Nach meinem Geschmack zu viele Menschen unterwegs aber es war trotzdem schön. Und wieder diese Merkwürdigkeit festgestellt, ist man alleine unterwegs sehen einen die Frauen, denen man begegnet, kaum ins Gesicht, sie nehmen anscheinend gar keine Notiz von einem. Ist man jedoch in Begleitung einer Frau wird man interessiert zur Kenntnis genommen, die Frauen schauen einen länger an, direkt in die Augen und halten länger den Blickkontakt. Auf dem Rückweg durch die Stadt hat N. mir Kokoswasser gekauft. Ich sollte das mal probieren. Schmeckt merkwürdig aber ich habe es tapfer ausgetrunken.

An der Rauhen Furt

Gestern wieder einmal die Wallburg Göhrisch gegenüber von Nieschütz an der Elbe besucht. Die Elbe macht hier einen Bogen und die Slawen legten im Bereich der Rauhen Furt einige Wallanlagen auf engem Raum an, zum Teil bestanden die Anlagen schon in der Bronzezeit. Auf dem Gelände beim Anblick der mit Bäumen bewachsenen Wälle und der im tiefen Licht der untergehenden Sonne gleißenden Elbe ein wenig über die Bedeutung von Zeit reflektiert.

Später noch etwas in der Umgebung herumgestrichen und im Eingangsbereich zum Tierpark Hebelei von zwei Katzen zu Zärtlichkeiten genötigt worden. Gut, besonders lange nötigen mussten sie nicht. Eine rote Katze sprang mir gleich auf den Schoß und hörte gar nicht mehr auf sich an mir zu schubbern und zu reiben. Als ich nicht mehr hocken konnte und sie wieder runter setzte, sprang sie mir auf den Buckel. Ihr getigerter Kamerad kugelte sich um meine Füße und begleitete mich später ein ganzes Stück des Weges.

Pipeline-Bau

Gestern die Baustelle der EUGAL-Erdgasstrasse bei Brockwitz an der Elbe inspiziert. Im Vorfeld der Bauarbeiten hat N. bei archäologischen Grabungen mitgewirkt. Ein paar bronzezeitliche Funde wurden dort gemacht. Die EUGAL-Trasse verläuft in Sachsen weitgehend parallel zur OPAL-Trasse, die vor ein paar Jahren gebaut wurde. Mich interessiert vor allem die Elbquerung. Leider war gestern das Licht eher ungünstig und heute ist es noch schlechter.

Streifzug

Mit N. einen Nachmittag an der Elbe unterwegs. Sonnig aber windig und kalt. Einen Abstecher in die Tierklinik gemacht und Schmerzmittel für ihre Katze geholt, die auch krank ist. Durch die Parks der Elbeschlösser gestreift, an der Saloppe vorbei zum Blauen Wunder. Schließlich im Schillergarten eingekehrt. Erst im Dunklen zurück.

Die Zeit, die Zeit

An einem regenfreien Nachmittag im Golkwald unterwegs gewesen. Durch Weinberge gewandert, Katzen und Pferde gestreichelt. Geschichtsträchtige Flur, mehrere Slawenburgen lagen hier, bereits in der Bronzezeit angelegt, verlassen und wieder besiedelt. Bei dem Burgwall bei Löbsal soll es sich um die Reste der Burg Liubusua handeln, Thietmar von Merseburg schrieb vor 1.000 Jahren darüber. Der Fortgang der Zeit ist mir immer mehr tröstlich als beängstigend erschienen.

Beobachtungen an der Elbe

Es ist unglaublich heiß. Eine Schafherde weidet auf den Elbwiesen an der Niederwarthaer Eisenbahnbrücke. Einige Tiere fressen, die meisten haben sich vor der Hitze in die Schatten der Pfeiler zurückgezogen und liegen wie tot, nur die Ohren wackeln manchmal. Vor allem die halbwüchsigen Lämmer untersuchen das Flussufer, schnuppern an den Steinen und scheinen sich über das fließende Wasser zu freuen. Sie springen ungelenk herum und blöken, die Alten blöken aus dem Schatten zurück. Hundebesitzer fahren mit ihren Autos soweit sie an den Fluss herankommen und laden ihre Hunde aus. Dann strenge Arbeitsteilung. Die Besitzer der Tiere beginnen Stöckchen und Bälle in den Fluss zu werfen, die Hunde holen sie wieder heraus. Am anderen Ufer baden Mädchen mit ihren Pferden. Sie reiten in den Fluss hinein, gleiten von den Rücken der Pferde und schwimmen mit ihnen wieder ans Ufer zurück. Und dann alles wieder von vorn. Eine Familie Nilgänse schwimmt ungeniert auf dem falschen Fluss.