Querfeldein

Heute wurden die Schneeschuhe geliefert, eher als gedacht. Am Nachmittag gleich ausgiebig im Gelände getestet. Ich bin bisher sehr zufrieden. Nur einmal bin ich umgefallen beim Übersteigen eines Weidezaunes. Meine Reichweite in verschneiter Landschaft abseits der Wege hat sich immens gesteigert und ich bin nicht halb so kaputt wie bislang. Einige gute Aufnahmen gemacht, hoffe ich.

Gelassenheit und Rückschau

Die Katze hatte sich hinter dem Sofa verkrochen und auch mir ging der Silvesterkrawall wie immer auf die Nerven. Von allen Feiern im Jahr ist die Silvesterfeier die sinnloseste. Zum Glück ist das Motto meines um Mitternacht verzehrten Glückskekses vollkommen zutreffend: »Gelassenheit ist zur Zeit Ihre Stärke.«

Zu Weihnachten zwei wunderbare Bildbände verschenkt, die ich selber gerne hätte: »Das pure Leben« – Fotografien aus der DDR. In »Die frühen Jahre, 1945 – 1975« und »Die späten Jahre, 1975 – 1990« werden Menschen und ihr Lebensumfeld in der DDR weit jenseits propagandistischer Zweckfotografie gezeigt. Ein paar wenige beispielhafte Fotos kann man sich auf der Seite des Lehmstedt-Verlages (Link) ansehen.

Überraschung

Die aktuelle Nachtdienst-Session neigt sich dem Ende zu und die Kräfte lassen langsam nach. Um so mehr habe ich mich gefreut, dass es ein Foto von mir auf die Seite von THIAPS geschafft hat. Eins aus der Serie, die in den Gebäuden der ehemaligen Heil- und Pflegeanstalt Pirna-Sonnenstein entstanden ist.

Angefixt

Neulich beim Herrn Görner als ich auf die Kontaktkopien wartete, drückte mir Frau F. eine Ausgabe der »Photonews« in die Hand. Den Titel finde ich doof und das Format putzig. Aber der Inhalt!

»Zeitung für Fotografie« – das ist Programm. Keine Scheiß-Techniktests der neuesten Kameramodelle usw. Nicht das Werkzeug steht im Mittelpunkt sondern das Ergebnis, wie es sich gehört. Ich glaube ich abonnier das Ding.

Enwicklungen

Von der Polizei um 10 Euro erleichtert worden. Verwarngeld wegen falschen Abbiegens. Rotzfrech. In der Neustadt mag es schöne Frauen geben, die Verkehrslage ist bei Nutzung eines PKW dafür recht unschön.

Habe bei Görner einen entwickelten Fuji Reala abgeholt und bei der Gelegenheit zwei Kodak Ektar Rollfilme zum Testen gekauft. Bin etwas zwiegespalten diesem Film gegenüber, die Farbsättigung ist hoch, die Farben warm und erdig – hm, die Scaneigenschaften und Körnigkeit sehr gut. Mal sehen wie er sich macht. Ich hätte noch zwei Ektar mehr mitgenommen aber die Polizei …

Frau F. sprach von einer Ausstellung, die wir machen sollten. Allen Ernstes. Das hat mich gefreut. Natürlich habe ich abgewimmelt. Nächstes Jahr vielleicht. Aber ich habe mich gefreut, allen Ernstes.

Es geht voran

Heute Vormittag das Balkongeländer gestrichen, trotz des Zutreffens von nur 50 % der geforderten Prämissen. Jetzt stinkt mein ganzes Arbeitszimmer nach Farbe, wenn ich das Fenster auch nur ankippe. Das wird sich hoffentlich bald geben.

Am Nachmittag die zweite Rolle des Fuji Reala im Format 6×7 vollgemacht. Geht morgen zur Entwicklung.

Gestern Abend mehrere Glühwürmchen gesehen. Jahrelang keine gesichtet. Nehme das als gutes Zeichen für irgendwas.

Beschäftigung

Werde erst ruhiger, wenn ich an meinen freien Tagen wenigstens ein bis zwei in meinen Augen brauchbare Fotos gemacht habe …

In letzter Zeit über mich interessierende fotografische Sujets nachgedacht. Nicht zum ersten Mal mit Fotografen beschäftigt, die der Stilrichtung des New Topographic Movement zugeordnet werden. Besonders Robert Adams, Lewis Baltz und Stephen Shore sagen mir zu.

Rekonvaleszent?

Es beginnt langsam wieder in den Fingern zu jucken. Möchte raus, fotografieren gehen. Zeit und Muße braucht man, sonst nichts. Alles zu seiner Zeit. Reif muss sie sein, die Zeit. Die Arbeitshetze tötet jede menschliche Regung. Man sollte wirklich kaputt machen, was einen kaputt macht. Warum tut man das nie?

Ich lese mit großem Genuß den kurzen Roman von Perikles Monioudis – Palladium. Als ich im Laden den Titel sah, dachte ich zuerst an das Metall Palladium. Er meint aber etwas ganz anderes. Ein Palladium ist eine Darstellung der Pallas Athene, welche seinen Träger vor Unheil schützt.
Der Schreibstil Monioudis‘ gefällt mir sehr, er erinnert mich in seinen Ortsbeschreibungen an die Sprecher, die bei diesen Filmen für Sehgeschädigte aus dem Off die Spielszenen beschreiben. Diese eigenartige Assoziation hatte ich gleich zu Anfang. Ein wunderbarer Roman.

Winter, hoher

Es ist Hochwinter mit Eis und Schnee. Das Wort Hochwinter hörte ich heute und es gefällt mir sehr. Nur für das was es bezeichnet kann ich mich nicht so erwärmen (Wortspiel beachten!) Ich bin mir sicher mir heute Teile meiner Füße und meines Gesichtes, also eher  periphere Dinge meines Körpers, erfroren zu haben, als ich durch den Winterwald ging.

Auch bringt der Hochwinter technische Herausforderungen, die ich dachte überwunden zu haben. So suchte ich mir heute im Garten eine neue Handbremse für mein Auto und fand sie in Form eines keilförmigen Steines, der bis zum Eintreffen wärmeren Wetters im Fußraum meines Autos nun mit mir reist.

Heute traf  der noch ausstehende Kugelkopf für das neue Stativ ein. Habe mich sehr gefreut. Nun ist alles komplett. Im Winterwald erfolgten erste Trage- und Fotografiertest.