Maquis

„Alles atmet Schwermut und Ruhe, der Berg ist dicht bewachsen, hier brennt die Mittagssonne noch im Oktober, versengt die wilden Lavendelbüsche, den Thymian, Rosmarin und Wacholder, die verkrüppelten, sturmzerzausten Zwergeichen, diesen fast undurchdringlichen, legendenflüsternden maquis, der schnell wieder den Boden zurückerobert, wenn die Menschen ihn aufgegeben haben. Kein Schatten weit und breit, es sei denn, man kriecht wie ein Murmeltier unter die Büsche, denen betäubende Duftwolken entströmen. Viele Steine gibt es im maquis. Die Ruinen verfallen, wütende Regengüsse tragen die Steine wieder fort, dorthin, woher sie die Bauern einst geholt hatten.“

Fred und Maxie Wander, Provenzalische Reise

Vom Winde

„Ein großer blauer Himmel. Der schönste und sauberste Himmel Frankreichs! Auf diesen Bergkämmen, über die Hochplateaus und durch die Täler braust der Wind das ganze Jahr, blasen alle diese störrischen Winde, denen die Menschen Namen gegeben haben, weil sie mit ihnen leben müssen, wie man mit Dämonen lebt. Der Mistral, der aus den nördlichen Alpen kommt, durch die Schluchten der Durance und durch das breite Rhônetal und der einem in die Knochen fährt, so kalt ist er, ausgekühlt von den einsamen Gletschern. Und der Levant aus dem Osten, er bringt Regen, Traurigkeit und Gliederreißen; der Laurobruno aus dem Südwesten, der manchmal den Schirokko ablöst, der übers Meer kommt, aus der Wüste, und an den Nerven zerrt und den Gaumen austrocknet, er ist wohl der übelste von diesen kauzigen Brüdern; und schließlich der Tramontane, der aus dem Westen weht und Stimmen bringt von den geheimnisvollen Höhen der Cevennen.“

Fred und Maxie Wander, Provenzalische Reise

An seinen besten Stellen, den Landschaftsbeschreibungen, erinnert mich die »Provenzalische Reise« an Tucholskys »Pyrenäenbuch«. Das tröstet über die zähen Stellen, die auch vorhanden, hinweg.