Neozoon

Die fette graue Katze, die in der Dämmerung mit dem Kopf im Vogelhäuschen steckt und dort nach dem Rechten sieht ist gar keine, sondern ein Waschbär. Das Tier hat keine Eile. Es zieht seinen Kopf aus dem Häuschen, sieht mich an, klettert langsam herunter und verschwindet schließlich unter dem Forsythia-Strauch.

Mme. Lilli

Wir haben eine kleine Messingplakette für die Grabplatte von Mme. Lilli anfertigen lassen. Als ich sie 2005 aus dem Tierheim holte wurde sie auf ein Alter von ungefähr einem Jahr geschätzt – also geboren irgendwann 2004. Sie war 13 Jahre bei uns, für uns eine schöne Zeit. Und ich glaube, auch Mme. Lilli hat es ganz gut getroffen und sie hat sich bei uns bis zuletzt wohl gefühlt. Jetzt kann sie sich unter der alten Linde ausruhen.

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Geschäftigkeit

Heute fleißig gewesen. Am Vormittag die Korkenzieherweide am Haus geschnitten, fast schon ein bisschen zu spät dieses Jahr. Danach die Einkommenssteuererklärung 2010 (fast) erledigt. Und das Beste: am Nachmittag erstmals die BESSA III ausgeführt und gleich fünf Fotos gemacht. Das ist immerhin der halbe Film, wenn man im Format 6×7 fotografiert. Ich muss mich noch ein wenig an die Neue gewöhnen aber ich habe ein sehr gutes Gefühl.

Somnambul

Vom vielen Schlafen ganz müde. Ja, das gibt’s. In den Schlafpausen mein Büro ausgemistet. Es ist jetzt doppelt so groß, vor allem der Schreibtisch. Dann mit letzter Kraft zwei Stühle in die Sonne geschleppt – heute schien sie wieder – einen zum Sitzen, einen für die Füße. Dann abwechselnd der Wolkenbildung zugesehen, gedöst und die ersten siebzig Seiten meiner letzten Wühlkisteneroberung gelesen: Don DeLillo, Weißes Rauschen.

„Im Flur im ersten Stock ging die Rauchalarmanlage los, entweder, um uns mitzuteilen, daß die Batterie leer war oder daß das Haus brannte. Wir beendeten schweigend unser Mittagessen.“

Abschnitte wie dieser lassen mich guter Hoffnung sein, keinen Fehlgriff getan zu haben.