Happy Birthday

Die alten und gebrechlichen Eltern, die ihren erwachsenen Sohn an seinem Geburtstag besuchen, hilflos mit ihren Blumen und einem Plüschtier an seinem Bett stehen und zusehen, wie er in seinem Bett herumzuckt und nur noch Tierlaute von sich geben kann. Abwechselnd gehen sie vor die Tür, wenn sie es gar nicht mehr aushalten.

Unbehagen

Gestern den Chauffeur gemacht. Leute von einer Geburtstagsfeier nach Hause gefahren. Nach der Schicht fuhr ich am Abend dorthin mit einem Blumenstrauß für das schon ältere Geburtstagskind. Von der Ausflugsgaststätte, in der sich die Feier abspielte, hatte man einen schönen Blick auf den Lilienstein und die Festung Königstein. Bevor ich rein ging, saß ich noch eine Weile im Auto und sah mir die von der Abendsonne angestrahlte Festung an. Ich hätte den ganzen Abend so zubringen können.

Dann hinein. Eine u-förmige Tafel, daran vielleicht 35 Personen. Ein Tohuwabohu. Kurz gratuliert, den Blumenstrauß überreicht, banalste „Gespräche“ geführt, dumme Witze angehört, entbehrliche Ratschläge bezüglich Geld und Arbeit erhalten, den starken Fluchtreflex nur mühsam unterdrückt. Nach einer Anstands-halben-Stunde, die zu transportierenden Leute ins Auto gepackt, einen vor der Kneipe angebundenen kleinen Hund zum Abschied gestreichelt – das schönste Erlebnis des Abends, abgesehen vom Blick auf die Berge der Sächsischen Schweiz, – und endlich weg.