Unverständnis

Gestern endlich wieder einmal zum Fotografieren gekommen. Dabei muss alles passen: das Motiv, das Licht, meine Konzentration. Und die Konzentration fehlte in letzter Zeit häufig. Seit ein paar Tagen herrscht nun Funkstille zwischen H. und mir. Fast bin ich froh darüber. Sie wollte bei mir schlafen und das ertrage ich nicht.

Nun ist sie beleidigt wegen meiner Zurückweisung. Sie glaubt offensichtlich, ihre Eröffnung müsste das Größte für einen Mann sein und er kann nun gar nicht anders als glücklich sein. Mir hingegen stellen sich dabei die Nackenhaare auf. Meine Wohnung ist mein Rückzugsort von der Welt. Es reicht, wenn ich draußen die gesellschaftlich notwendige Farce mitspiele, hier drinnen ist mein Reservat. Wer da eindringen will, braucht einen sehr, sehr langen Atem.

Ruhe

Und immer die Angst, von misstrauischen Anwohnern verhauen zu werden. Schon Ansprachen, die über einen Gruß hinausgehen, strapazieren meine Nerven. Ich will nichts erklären müssen und besonders Diskussionen über die Panoramafreiheit töten jede Konzentration, die Stimmung sowieso. Am liebsten ist es mir, beim Fotografieren einfach ignoriert zu werden.

Kino

Würde mir gerne »Melancholia« von Lars von Trier im Kino ansehen. Verspüre aber eine starke Abneigung mit zahlreichen anderen Menschen den Raum zu teilen, die beginnen mir früher oder später, die Erfahrung zeigt es, mächtig auf den Sack zu gehen. Ich kann mich inmitten einer Herde nicht konzentrieren.

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