Film oder Realität oder Film

Gestern wieder einmal „Lost in Translation“ gesehen. Einsamkeit und Verlorenheit, die einem in einer fremden, unverständlichen, gar rätselhaften Umgebung erst richtig zu Bewusstsein kommen…

Habe seit einiger Zeit den Eindruck, dass L. und ich das im Kleinen in einem einzigen Haus in der Version „Lost in Corona“ nachspielen. Sie ist 19 und arbeitet auf der Isolierstation, ich bin 47 und arbeite im ganzen Haus. Sie hat meistens Tagdienst, ich immer Nachtdienst jetzt häufig wieder in der 12 Stunden Variante. Wir haben uns ewig nicht gesehen, wir telefonieren nur lange, früh wenn sie kommt und abends wenn sie geht. Sie hält sich erstaunlich gut zwischen all dem Tod und Verderben. Zwischen L. und mir hat sich eine Vertrautheit entwickelt, die ich gar nicht für möglich gehalten hätte. Ihr Durchhalte- und Einfühlungsvermögen beeindrucken mich.

„Lost in Translation“ – ein schöner Film. Gute Szenen, Charaktere glaubhaft dargestellt, gelungene Improvisationen.

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Insomnia

Gestern nach dem Spätdienst, den ich gereizt und missmutig hinter mich brachte, auf dem Sofa gelegen und im Halbschlaf mit der Fernbedienung des Fernsehers hantiert. Plötzlich der Hintern von Scarlett Johansson im Bild, dann der Schriftzug »Lost in Translation« erscheinend. Der Sofia Coppola Film fing gerade an. Wunderbar. Den Film muss man unbedingt in einem Zustand zwischen Wachen und Träumen sehen. Sonst kann man die Atmosphäre gar nicht erfassen. Ich mag diesen Film sehr, seine Stimmung, die Dunkelheit. Und ich mag den Hintern von Frau Johansson.

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