Futterspende

Lange habe ich mich darum gedrückt, doch vor ein paar Tagen habe ich das nicht mehr benötigten Katzenfutter und Katzenstreu endlich durchgesehen und zusammengestellt. Es wäre schade gewesen, wenn das Futter verfallen wäre und hätte entsorgt werden müssen. Vier Kisten sind es geworden – ich war selbst überrascht über die Mengen, die sich angesammelt hatten.

Heute habe ich alles nach Maxen in das Katzenseniorenheim geschafft und dafür von der Chefin eine kleine Führung durch die Anlage bekommen. Ungefähr 70 Katzen leben dort, die meisten älter aber auch ein paar jüngere aus Abbruchhäusern oder Gartensparten. Einige haben Gebrechen, nur ein Auge, eine hatte ein neurologisches Problem, eine nur drei Beine. Schon beim Betreten der Anlage kamen ein paar Katzen zur Begrüßung an und umschmusten die Beine, eine sprang gleich auf meinen Schoß.

Hat mir alles sehr gefallen. Und ich bin froh, dass Mme. Lillis Futter dort gerne angenommen wurde. Ich bin dankbar für die Arbeit, die dort geleistet wird und dass jemand den alten Miezen noch ein schöner Lebensabend bereitet.

Das Gute liegt so nah

Kleine Ausflüge rund um Schloss Weesenstein und Maxen. Fast schon zu warm in der Sonne nur der ruppige Böhmische Wind kühlte etwas. An einem Tag den Schlosspark des Schlosses Weesenstein und die Reste des Belvederes Weesenstein besucht, am anderen vom Müglitztal hinauf nach Maxen über Crotta und Schmorsdorf mit der uralten Linde. Wenn man andächtig unter ihr auf der Bank sitzt, geht ein Wunsch in Erfüllung, heißt es. Ich hätte nichts dagegen. Später in Maxen am Katzenseniorenheim vorbei, in dem mehr als siebzig alte Katzen leben ein Umstand, der mich immer sehr berührt, vorbei an einer lustigen kleinen Ziegenherde zum Blauen Häusel an der Abbruchkante zum Müglitztal und über Mühlbach zurück zum Ausgangspunkt.

Wieder in Maxen

Bin heute noch einmal in Maxen gewesen und zum blauen Häusel spaziert, welches auswendig gar nicht blau aussieht. Es soll innen aber blau ausgemalt sein. Das konnte ich nicht überprüfen, denn das blaue Häusel befindet sich in Privatbesitz und ist nur am Tag des offenen Denkmals oder anderen Anlässen zu besichtigen.

Das blaue Häusel mutet etwas fremd in der mitteldeutschen Herbstlandschaft an, denn es sieht wie eine Moschee aus, hat ein Kuppeldach und trägt einen Halbmond zuoberst. Es ist ein Gartenhäuschen errichtet 1848 von Friedrich Anton Serre dem Rittergutsbesitzer in Maxen zu Ehren des javanesischen Malers Raden Saleh.

Hinter dem blauen Häusel führt ein kleiner Weg in den Wald hinein, wenn man ihm folgt, kommt man nach kurzer Zeit zur Andersen-Lärche, der neuen und den Resten der alten. Die ursprüngliche Lärche, von der noch der Stumpf zu sehen ist, wurde 1844 von Hans Christian Andersen gepflanzt:

Ganz vorn an einem Felsabhang, da pflanzte ich das Bäumchen ein,
ging fort und vergaß den Vorfall.

Die Lärche wurde dann von Friederike Serre weiter gepflegt. Vor ein paar Jahren wurde vom Heimatverein hinter dem Stumpf der alten eine neue Lärche gepflanzt. Ein Stück des alten Stumpfes wurde an das Museum in Odense, dem Geburtsort von Andersen, verschenkt.

Auf einer Bank oberhalb der Lärche liegt eine Lesebox mit Büchern von Andersen und ein Gästebuch aus, in dem sich Wanderer verewigen können. Ich habe auch was reingeschrieben. Auf dem Rückweg traf ich die langhaarige Mieze vom Katzengnadenhof wieder, die mich freundlich begrüßte.

(Quelle: Infoblätter am Blauen Häusel und an der Andersen-Lärche)

In Maxen

Maxen ist bekannt geworden durch die Schlacht am 20. November 1759, als der preußische General von Finck mit etwa 14.000 Mann ebenda nach verlorenem Gefecht in Gefangenschaft geriet. Nach diesem Malheur der Preußen heißt heute noch eine kleine Anhöhe in der Nähe von Maxen: Finckenfang.

Maxen ist nicht groß hat aber wie üblich eine Kirche und einen Friedhof. Beides habe ich mir angesehen. Die Kirche ist äußerlich schön restauriert und natürlich, wie sich das gehört: abgeschlossen. An der Kirche auf einer Bank habe ich mich gesonnt, wenn ich schon nicht reinkonnte. Benutzt wird die Kirche wohl aber doch manchmal, für die Geschäfte, die an solchen Orten üblich sind. Vor der verschlossenen Türe lagen noch Blütenblätter, die man sicher kleine Kinder gezwungen hatte zu streuen, weil die Alten heirateten.

Auch gibt es eine Luthereiche vor der Kirche, wie sich das gehört. Luthereichen und Bismarckdenkmäler, von diesem Geschäft haben vor hundert Jahren unzählige Gärtnereien und Baufirmen den Großteil ihres Jahresumsatzes erzeugt, bin ich mir sicher. Luthereichen sind mir lieber, haben auch mehr die DDR-Zeit überstanden.

Ein unspektakuläres Barockschlösschen gibt es auch. Es heißt es sei in Privatbesitz und nicht zu besichtigen. Ich habe es gar nicht erst versucht. Auf dem Weg aus dem Ort hinaus kam ich an einem Gnadenhof für Katzen vorbei, wo ich mich sehr mit einer großen Langhaarigen befreundete. Dieser Gnadenhof ist das älteste Tierheim Deutschlands, weiß Wikipedia, gegründet bereits 1839 von Friederike Serre. Im Garten stehen kleine Häuschen für die Katzen, die überall herumlaufen können.

Vom Hochplateau, auf dem Maxen liegt, hat man einen weiten Blick ins Land. Man kann im Osten bis weit in die Sächsischen Schweiz sehen, man erkennt den Lilienstein und die Festung Königstein. Das Hochplateau fällt im Osten zum Müglitztal ab mit seinen bewaldeten Hängen. Dort habe ich lange auf einer Bank in der Sonne gesessen und habe ins Tal hinunter gesehen. Der Wind rauschte hinter mir in einem kleinen Wäldchen und ich war mir sicher: Du bist Orplid mein Land. Ich kann und werde niemals hier weggehen.

Am westlichen Ortsrand von Maxen befinden sich alte Marmorsteinbrüche aus einem davon wurde eine Bühne gemacht: Die Naturbühne Maxen. Ganz in der Nähe liegt ein gut erhaltener Kalkofen von 1856, da wurde aus dem Marmor Kalk gebrannt. Den Kalkofen kann man besteigen und von oben hat man nun einen schönen Blick nach Westen.