Zombie

Letzte Woche Spätdienste en masse. Immer erst gegen Mitternacht zu Hause gewesen, etwas gegessen, die Katze gestreichelt und durch die Kanäle gezappt. Jeden Abend auf diese Weise einige Folgen »The Walking Dead« angesehen. Ich weiß auch nicht genau warum, ich mag keine Zombiefilme. Aber wenn man sich selbst wie ein Zombie fühlt ist eine Ausnahme sicher zulässig.

Die Story fängt so an: Ein Cop wird in normaler amerikanischer Südstaatenlandschaft in Ausübung seines Dienstes angeschossen und fällt ins Koma. Als er nach längerer Zeit im Krankenhaus aufwacht, gibt es die gewohnte Welt nicht mehr. Es ist dieses Konstrukt, was mich fasziniert. Jemand ist in eine Welt geworfen, in der die bisher geltenden Maßstäbe und moralischen Übereinkünfte nicht mehr gelten, nicht mehr gelten können, nicht mehr gelten dürfen. Hält man an ihnen fest ist man verloren, hält man nicht an ihnen fest ist man verloren.

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Entschuldigt

Leichte Schilddrüsenunterfunktion. So einfach ist das. Ich bin also gar nicht schuld an meiner Faulheit; sie ist ein medizinisches Problem, kein moralisches. Diese tröstliche Erkenntnis ist mir die zehn Euro Praxisgebühr wert.

Allerdings war ich kurz auf meine Schilddrüse böse. Der Verdacht: seit Jahren könnte sie meinen gesellschaftlichen Aufstieg behindert haben. Längst könnte ich ein funktionierendes und brav konsumierendes Lackäffchen geworden sein, wie es diese Gesellschaft nun einmal erfordert und verlangt und – besonders wichtig – zufrieden damit sein. Aber nein – nichts.

Hätte gerne weiter über diese Problematik nachgedacht, doch diese Müdigkeit …