Einzelgänger

Ein wenig Urlaub jetzt. Ich fahre in der Gegend umher und fotografiere. Soziale Aktivitäten meide ich weitgehend, sie gehen mir zu sehr auf den Sack. Als zu große Zumutung erscheinen mir die meisten Menschen. Es gibt Ausnahmen aber die sind schwer zu finden. Morgen treffe ich mich mit N., wir machen einen Ausflug. Sie ist zum Beispiel so eine Ausnahme.

Ausflug

Mit N. in den Kammlagen des Osterzgebirges gewandert, rund um die Galgenteiche und auf den Kahleberg. Gegenüber dem Dresdner Umland sind die Temperaturen da oben wesentlich angenehmer. Auf dem Dammweg des Großen Galgenteiches auf einer Bank gesessen, unterhalten und dabei kleine Entchen beobachtet. Später auf den Kahleberg hinauf und die Aussicht über das Osterzgebirge bis nach Dresden genossen. Nur wenige Menschen da oben. Ganz wunderbar. Auf dem Rückweg in Bärenfels zu Abend gegessen und wieder zurück nach Dresden.

Los gehts

Urlaub schon wieder vorbei. Gewohnheitsmäßig nutzte ich diesen dazu liegen gebliebene Angelegenheiten abzuarbeiten. Wie gewohnt gelang das nur zum Teil. Das macht mir aber wie gewöhnlich nichts.

A. hat inzwischen ihre Reha angetreten. N. erholt sich vom Ausgraben. Ich starte wieder in den Nachtdienst.

Rohrschatten (nicht Rorschach)

Zu Fuß und mit dem schweren Fotorucksack unterwegs auf der EUGAL-Trasse, die sich von der Ostsee kommend durch die sächsische Landschaft Richtung tschechischer Grenze narbt. Mein Hut ist noch nicht eingetroffen, weshalb ich ab und zu meinen Kopf im Schatten der Rohrsegmente herunter kühlen muss bevor der Liquor kocht. Derweil schreibe ich zum Zeitvertreib Dinge ins Internet.

N. gibt an, ihre archäologischen Grabungen entlang der Trasse ohne nennenswerte Funde beendet zu haben: ein paar Münzen aus der frühen Neuzeit, ein Steinbeil und anderer neolithischer Krimskrams – mehr nicht. Keine 2. Himmelsscheibe von Nebra oder vergleichbares. A. hingegen schweigt zurzeit sehr eindrücklich, was ich nicht recht einordnen kann und mich ein wenig traurig macht.

Liquor wieder ok. Weiter gehts.

Nicht nur monothematisch

Neulich nachts mit A., dem Nesthäkchen, unterhalten. Sie hat auch eine alte, kranke Katze zu Hause. Ihre Diagnosen lauten Hyperthyreose, Bluthochdruck und ein Leberproblem. Hat mich sehr an Mme. Lilli erinnert, die bis auf den Bluthochdruck dieselben Probleme hatte. A. hofft, dass ihre Miez so lange durchhält bis sie im Juni wieder zu Hause ist.
Gestern dann wieder eine Tour zu Fuß durch die Stadt mit N. und anschließendem Abendessen. Ihrer alten Katze, die an einer immer wieder auftretenden Gallenblasenentzündung leidet, geht es zur Zeit ganz gut. In Abständen meldet sich die Krankheit aber immer wieder.
Dies alles erweckt vielleicht den Anschein, dass ich mich mit mir begegnenden Damen nur über Katzen unterhalten würde. Der Eindruck täuscht. Es gibt auch andere Themen, Hunde und Pferde zum Beispiel oder den Untergang des Abendlandes.

Stadtbummel

Mit N. durch die Stadt gebummelt. Von der Altstadt über die Augustusbrücke und dann flussabwärts immer an der Elbe entlang. Ursprünglich wollten wir zu einem Vortrag gehen aber dafür war mir das Wetter zu schön. Unterwegs gesonnt und gut unterhalten. Nach meinem Geschmack zu viele Menschen unterwegs aber es war trotzdem schön. Und wieder diese Merkwürdigkeit festgestellt, ist man alleine unterwegs sehen einen die Frauen, denen man begegnet, kaum ins Gesicht, sie nehmen anscheinend gar keine Notiz von einem. Ist man jedoch in Begleitung einer Frau wird man interessiert zur Kenntnis genommen, die Frauen schauen einen länger an, direkt in die Augen und halten länger den Blickkontakt. Auf dem Rückweg durch die Stadt hat N. mir Kokoswasser gekauft. Ich sollte das mal probieren. Schmeckt merkwürdig aber ich habe es tapfer ausgetrunken.

Schöner Nachmittag

Stadtspaziergang mit N. Eine große Runde durch die Südvorstadt, den Großen Garten, die Johannstadt mit dem Trinitatis-Friedhof und die Altstadt mit Einkehr in einem der vielen Lokale auf dem pittoresken Neumarkt. Unsere Unternehmungen haben mittlerweile eine gewisse Regelmäßigkeit. Oftmals vergehen Wochen oder Monate dazwischen, so nutzt sich nichts ab oder führt zu Langeweile, weil in der Zwischenzeit genug passiert was berichtenswert ist. Zwar ausgeprägter Einzelgänger genieße ich unsere gemeinsame Zeit immer sehr.

Alte Zeiten

N. gräbt immer noch im Vorfeld der EUGAL-Trasse nach archäologischen Funden. Einiges aus dem Mesolithikum wurde schon entdeckt und auch ein Siedlungsplatz aus späterer Zeit mit menschlichen Knochenfunden wurde ausgegraben. Das Mysterium der Zeit interessiert mich sehr. Ihr Verrinnen ist beängstigend und tröstlich zugleich.

Spaziergang

Seit langem wieder einmal mit N. unterwegs gewesen. Ich genieße unsere langen Spaziergänge und Gespräche immer sehr. Wir streiften dieses Mal im Dresdner Süden umher, durch das Uni-Gelände, wo sich vieles verändert hat seit ich dort studiert habe, über die Südhöhe zum Fichtepark und wieder zurück zum Bismarckturm auf der Räcknitzhöhe. Der Turm war geöffnet und wir kletterten hinauf. Ich bin noch nie da oben gewesen. Selbst in der beginnenden Dämmerung und bei diesigem Wetter hatten wir einen schönen Rundblick über das gesamte Elbtal. Danach noch Einkehr in eine feine Kneipe und im Dunklen zurück zum Ausgangspunkt.

Kryptisch

Angeschlagen, Moral zerrüttet, die bisherige Strategie funktioniert nicht. (Hatte ich eine Strategie?) Eine neue muss her. Mehrfrontenkriege überfordern mich seit je. Vielleicht hätte der Oberst Rat gewusst, als alter Militärmann, aber der Oberst ist tot. Nach Ruhe sehnt sich der Krieger und nach Frieden. Ein paar Nocturnes von Chopin als Balsam helfen für den Augenblick.

Später mit N. ein Spaziergang über Stock und Stein, Berg und Tal. Ich mag Frauen sehr, vor allem die stillen und introvertierten. Auch wenn ich ihnen gegenüber etwas befangen bin aber mit der Zeit wird es immer besser. Wenn ich mir dereinst auf dem Sterbebett etwas vorzuwerfen haben werde, dann zu wenig Zeit mit Frauen verbracht zu haben. Mit Sex hat das übrigens nur am Rande zu tun.