Naturbetrachtungen

Im Garten eine Igelfamilie. Sie fressen in der Dämmerung die auf den Boden gefallenen Reste des Riesenmeisenknödels. Der Waschbär hat diese Tätigkeit eingestellt. Er wurde längere Zeit nicht mehr gesehen.

Mit N. unlängst auf der Deutschen und der Römischen Bosel unterwegs gewesen. Gespräche geführt und den Ausblick genossen. Keine Einkehr in eine Gaststätte, da N. ein ungeimpfter Paria ist. Ich dagegen geimpft doch Paria aus Überzeugung.

Großer Spaziergang

Gestern seit langem wieder einmal mit N. auf Tour. Den ganzen Nachmittag in Freiberg und Umgebung unterwegs gewesen. Zeitzeugen der langen Bergbaugeschichte wurden besichtigt – Alte Elisabeth, Reiche Zeche, Herders Ruhe, Roter Graben und nebenbei eine Katze und ein Pferd gestreichelt. Keine Einkehr in eine Schänke wie sonst im Verlauf üblich, nur einen Power-Riegel aus dem Rucksack verzehrt. Weitgehend gute Gespräche. Ihre politische Naivität sehe ich ihr nach. Sie hat das Herz auf dem rechten Fleck, das ist doch heute schon mal was.

Was am Kopf

Von Dienstag bis Donnerstag die Handwerker im Haus. Sie haben die alte Heizungsanlage herausgerissen und im Verlauf eine neue installiert. Alles nahezu optimal gelaufen. Die neue Anlage funktioniert problemlos nur noch etwas Feinabstimmung ist notwendig. Als Kollateralschaden möchte ich meine mir in diesem Zusammenhang zugezogene klaffende Kopfplatzwunde oberhalb des rechten Auges bezeichnen. Viel Blut und erstaunlich wenig Wut meinerseits nach der Kollision mit der Leiter zum Dachboden. Die Steri-Strips sollen drei Tage auf der Wunde verbleiben. Ich hoffe auf eine schöne Narbenbildung. Gestern dann trotz Kopfverband eine respektable Runde mit N. durch die nähere Umgebung gedreht. Anschließend in einem Landgasthof der alten Schule eingekehrt – wunderbar. Die Eventgastronomie kann mich am Arsch lecken.

Landpartie

Mit N. in große Gluthitze eine Runde gedreht. Am Rand des Golkwaldes entlang über Feldwege, durch den Seußlitzer Grund zum Seußlitzer Schlosse hin ging der Spaziergang, dort reichlich gegessen und über die Goldkuppe zurück. N. fehlt analytische Tiefe und politischer Weitblick, sie verspürt aber wie viele das große diffuse Unbehagen. Das ist wenig aber besser als nichts. Unabhängig davon ist es angenehm mit ihr zusammen zu sein. Sie hat das Herz auf dem rechten Fleck. Und weil sie darüber hinaus jung und schön ist, kann ich alter weißer Mann ein wenig mit ihr angeben.

Mont Klamott

Gestern mit N. zu Fuß durch Dresden von der Südvorstadt bis zum Heller. Dort dann auf den Halden herumgestiegen, die nach dem letzten Kriege aus den Trümmern der Stadt aufgeschüttet wurden und heute saniert und Biotope sind. Da oben ist es ruhig und grün, die Stadt hingegen wird mir immer unerträglicher. Wie kann man diesen dauernden Lärm nur aushalten? Nicht grundlos versuche ich N. meist in ländliche Gebiete zu verschleppen. Ich kann mich nicht konzentrieren bei Lärm bzw. nur darauf meine aufsteigende Aggressivität zurückzudrängen. Doch gestern hat sich N. als Stadtkind durchgesetzt. Zur Strafe musste sie sich meine Sniper-Phantasien anhören, wie ich von erhöhtem Standpunkt aus für Ruhe sorge. Doch dieses nur am Rande. Schön war das Treffen trotzdem nach so langer Zeit.