Maisschwein

Gestern kurz vor Mitternacht fast ein Wildschwein überfahren. Es war in Gedanken bei der Maisernte und deshalb unachtsam beim Wechseln der Schläge und Queren der Straße.

Die Vermaisung der hiesigen Landschaft stagniert wegen eines kleinen Käfers im Moment etwas. Da muss man als Wildschwein den verbliebenen Maisflächen eben seine ungeteilte Aufmerksamkeit widmen.

Sommernacht

Gegen Mitternacht immer noch 28°C im Dachgeschoss. Im Osten Wetterleuchten. Das lautlose Gewitter lange vom Dachfenster aus beobachtete. Manchmal einzelne Blitze erkennbar, meist nur das Aufleuchten ganzer Wolkentürme. Von Kindheit an von Gewittern fasziniert. Dunkle Erinnerungen an Erzählungen über Kugelblitze, die durch Wände gehen, und Sankt-Elms-Feuer auf Schiffsmasten.

Tierwelt

Umschwärmt von großen, dunklen Vögeln mäht ein Bauer seine Wiese. Nachts macht ein Igel auf dem Mittelstreifen Männchen. Und auf dem Parkplatz liegt der Steinmarder auf dem noch warmen Pflaster und wartet auf sein Auto.

Rückkehr

Die Nachtdienste selber sind nicht das Problem, das antizyklische Leben hat seinen Reiz. Auf Arbeit zu fahren, wenn es sich andere vor dem Fernseher gemütlich machen, nach Hause zu kommen und in sein Bett kriechen zu können, wenn andere ihr ödes Tagewerk beginnen müssen.
Die Umstellung auf Tagesbetrieb fällt sehr viel schwerer. Vor allem der erste Tag ist merkwürdig. Die Migräne ist das eine, eine alte Bekannte, mit der man inzwischen umgehen kann. Aber da ist noch etwas anderes, eine Traurigkeit, die man sich nicht erklären kann.