Selbstfürsorge

Nachts den Finanzwesir studiert und Klarheit erlangt – Small Caps sind raus und der Ausschütter wird durch einen Thesaurierer ersetzt. Außerdem mit Fragen der Filmentwicklung beschäftigt und der Klarheit auf diesem Gebiet ebenfalls näher gekommen – Xtol bleibt erste Wahl, Adonal auf der Reservebank für Standentwicklung. Altruismus hat auch seine Grenzen.

Endspurt

Wieder ein neuer Tagesgast, so nenne ich für mich die Palliativpatienten wegen ihres so schnellen Verfalles, diesmal: Pankreaskopfkarzinom mit fortgeschrittener Metastasierung. Ein netter Mensch, der weiß was auf ihn zukommt. Und dann ist da noch der unheimlich fette Patient, ein wirklicher Unsympath, der dem Ende entgegen fault und auf seine Sepsis wartet. Niemand kann ihn leiden. Doch immer zutraulicher und freundlicher wird er mir gegenüber, je schlechter es ihm geht. Ich kann seine Angst vor dem bevorstehenden jämmerlichen Ende erkennen. Nicht einfach ihm wenigstens ein Fitzelchen Würde zu erhalten. Ich kann damit umgehen. Für den Fall, dass dies einmal anders wird, sollte ich jedoch ein kleines Budget für Nutten und Schnaps zurück behalten.

Bitte nicht stören!

Ich muss noch ein wenig über das Polaroid-Paradoxon nachdenken. Das geht am besten in der Nacht, wenn Ruhe ist. Zum Glück habe ich gerade eine Nachtdienstsession vor mir. Hoffentlich stirbt nicht wieder jemand oder spritzt die Bude mit seinem Blut voll, das würde mich nur unnötig ablenken.

Arbeit der Nacht

Nachts in der Pflegefabrik von einem Igel und Katzen besucht worden. Auch von der Polizei, die einen Entflohenen zurück brachten. Letztens sah ich zudem eine Sternschnuppe, des Weiteren wahrscheinlich die ISS und zusätzlich eine Fledermaus in deutlich niedrigerer Flughöhe. Sonst wurde von den Insassen gestürzt, gestorben und durchgedreht, wie man es von ihnen gewöhnt ist. Sitze jetzt aus Rekreationsgründen in einer sich entwickelnden Wildnis auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Zeithain und hadere mit den Nachwehen meiner Migräne.