Immer so weiter

Und wieder ist ein Tagesgast über den Styx gesetzt. Die Angehörigen sind Tag und Nacht bei ihm gewesen. Sie waren etwas seltsam aber es ist nicht an mir den individuellen Umgang der Angehörigen mir ihrem sterbenden Verwandten zu kommentieren. Habe kein Sendungsbewusstsein und keinen Erziehungsauftrag. Die ruhigen und stillen sind mir naturgemäß lieber als die hysterischen oder esoterischen Familienmitglieder. Aber man muss nehmen was kommt.

Bis zur Bahre

Immer öfter bekommen wir Palliativpflegefälle ins Heim, die nur wenige Tage bis Wochen durchhalten – oft Krebspatienten im Endstadium. Hospizplätze sind noch rar trotz steigender Angebote. So wird das Pflegeheim aus der Not heraus zu einem Hospiz light. Zu einer richtigen Hospizpflege wie sie im Buche steht und gerne in der Öffentlichkeit kommuniziert wird, ist ein Standardheim personell gar nicht in der Lage auch mit Hinzuziehung der mittlerweile etablierten SAPV-Teams nicht. Aber wir tun einfach mal so als ob. Ist einfach besser so. Außer vielleicht für die Palliativpatienten. Aber hey, irgendwas ist immer.

Hospiz

Ich freue mich auf die Arbeit im Hospiz. Darf man das sagen? Leicht wird das nicht. Jetzt bin ich ganz nah dran. Das ist keine alberne Todesromantik, die mich dahin treibt. Ich wollte mir doch das Leben von seinem Ende her anschauen. Sehen, was bleibt. Ob was bleibt. Das Leben betrachten, ganz entblösst von allem alltäglichen Larifari, von aller Geschäftigkeit, die nur die brüllende Leere überdecken soll. Und auch, ob man was finden könnte, die brüllende Leere auszufüllen, für die Zeit, die noch bleibt.