Aufraffung

Nach der Zerstörung der ersten Mint SLR670-S im letzten dunklen Herbst, liegt seit einem dreiviertel Jahr der ungenutzte Nachfolger auf meinem unaufgeräumten Schreibtisch herum. Nie hatte ich Muße mich damit zu befassen. Jetzt habe ich sie bereit gemacht und versuche eine neue Annäherung an die Fotografie im Allgemeinen und an die Sofortbildfotografie im Besonderen. Bitte nun noch dringend um das Erscheinen der Muße.

Nachtrag: Die Muße kommt nicht. Hat nur von Ferne abgewunken was die Sofortbildfotografie betrifft.

Geliefert

Die Zollbehörde hat schnell gearbeitet, gestern kam meine neue MiNT SLR670-S. Versuche nun mit ihr warm zu werden. Scheint alles zu funktionieren. Die ersten Testbilder entwickeln sich gerade (die auf der Verpackung angegebene Enwicklungszeit von 10-15 Minuten für die Farbilder ist arg optimistisch). Mich freut vor allem, dass der original Remote Shutter Button #112, den ich über Ebay bestellt habe, mit der Time Machine zu funktionieren scheint. Da war ich mir nicht ganz sicher und konnte im Netz auch nichts finden. Ansonsten gilt wie immer nach Neuanschaffungen: post coitum omne animal triste… Ach nein, eigentlich nicht. Ick freu mir wie Bolle und hoffe, dass ich mit dem Gerät auch etwas Gescheites fabrizieren kann.

Polaroids scannen

Das Scanproblem der Polaroids hat mir keine Ruhe gelassen. Mein bisheriges Vorgehen – das Einlegen der Bilder in eine leere Filmkassette und Scannen face down reduziert die Newtonringe zwar zuverlässig auf Null, vermindert aber – wenn auch nur leicht – die Schärfe der Bilder. Außerdem verliert man den typischen Polaroid-Rahmen, was mir hinnehmbar scheint aber schöner wär’s mit Rahmen.
Jetzt nochmal überlegt, wo die Newtonringe auftreten – an spiegelnden Grenzflächen. Liegt das Bild plan auf der Glasplatte auf, sind die Newtonringe nahezu verschwunden. Zusätzlich kann man den Rahmen mitscannen und die Schärfe der Bilder ist am Maximum des Erreichbaren. Also lege ich jetzt auf die Polaroids zum Beschweren eine kleine Glaspatte und drücke sie händisch während des Scannens noch etwas an, was die Planlage noch optimiert, zusätzlich scanne ich eine kleine Weiß- und eine Schwarzkarte mit für die nachträgliche Setzung des Weiß- und Schwarzpunktes. Auf die Art bekommt man Scans, die mit wenig Aufwand farblich sehr nahe am Original sind – worauf es mir ankommt – die Schärfe stimmt, der Rahmen ist da und die Newtonringe sind fast vollständig verschwunden.

Bitte nicht stören!

Ich muss noch ein wenig über das Polaroid-Paradoxon nachdenken. Das geht am besten in der Nacht, wenn Ruhe ist. Zum Glück habe ich gerade eine Nachtdienstsession vor mir. Hoffentlich stirbt nicht wieder jemand oder spritzt die Bude mit seinem Blut voll, das würde mich nur unnötig ablenken.

Lästiges digitalisieren

Einen zweiten Film für Testaufnahmen im Garten verschossen. Müssen sich jetzt im dunklen Karton noch hübsch machen. Den gestrigen Tag und heute Vormittag mit dem lästigen Scannen verbracht. Newtonringe, Reflexionen oder Schärfeverlust durch zu große Entfernung von der Scaneinheit sind meine wechselnden Feinde. Letztlich bin ich dem Tipp gefolgt, die Bilder in eine leere Filmkassette zu stecken und auf diese Weise zu scannen, das hebt das Bild ausreichend vom Glas ab, damit keine Newtonringe entstehen und gleichzeitig ist der Schärfeverlust nicht all zu groß, weil die Entfernung nur minimal ist. Einziger Nachteil: man verliert den größten Teil des weißen Rahmens. Damit kann ich aber leben.