Waagschale

Alle paar Nächte wiederkehrend der Traum von bevorstehenden Prüfungen. Der Termin rückt immer näher und ich weiß nichts. Ich müsste zu lernen anfangen, kann es aber nicht, bin umso blockierter je näher der Tag der Entscheidung rückt. Mit jedem verlorenen Tag wird klarer, dass die verbleibende Zeit nicht mehr ausreicht und alles verloren ist. Ich halte mit Mühe den Anschein aufrecht, es sei alles in Ordnung.

Rumlaufende Tiere usw.

Der alte Knurrhahn hat recht, nachmittags beherrschen die Tiere das Fernsehen. Immer wenn ich einschalte wird gerade etwas Felliges gebürstet, gefüttert, gewogen, gestreichelt oder einfach so in die Kamera gehalten. Mir am Ende aber immer noch lieber als von sich selbst gerührte Präsidenten und anderes schauderhaftes politisches Personal betrachten zu müssen.

Den Balkonkasten habe ich vor dem Ertrinken bewahrt. Habe aus seinem Bauch 8 Liter Regenwasser abgesaugt, nicht ohne einen ordentlichen Zug braunen Schlammwassers zu mir zu nehmen – ich kann das nicht so gut. Ist es jetzt ein paar Tage trocken, kann aus den verdrießlichen Blümchen noch was werden.

Die schriftlichen Prüfungen sind vorbei. Sie entsprachen etwa dem Erwartungsbild. Im Grunde etwas zu leicht. Was nicht heißt, dass ich gut abgeschlossen hätte. Die Ergebnisse werden vier Wochen auf sich warten lassen. Das Schlimme an der Faulheit: wenn man merkt, dass man damit durchkommt, tut man das nächste Mal noch weniger. Bis es kracht.