Gemeinsam

„Erschreckend, wie viele Dinge und Leute man in sich hat, die sich in ihrer Vergangenheit nicht mehr bewegen. Die Lebenden, die man in die Krypten der Zeit verbannt, schlafen so tief gemeinsam mit den Toten, in demselben Schatten, dass man sie schon nicht mehr auseinander hält.“

Louis-Ferdinand Céline, Reise ans Ende der Nacht

Unauffällig

„Die tagtägliche Behandlungsroutine war absolut nicht mühsam, nur manchmal, von Zeit zu Zeit, befiel mich ein leichtes Unwohlsein, wenn ich zum Beispiel allzu lange mit den Insassen Konversation getrieben hatte; dann packte mich eine Art Schwindel, als hätten die Patienten mich weit von meinem gewohnten Ufer fortgebracht, mit sich geführt, unauffällig, von einem ganz gewöhnlichen Satz zum nächsten, mit harmlosen Worten, bis mitten in ihren Wahn hinein. Dann fragte ich mich eine kurze Weile, wie ich da wieder rauskommen sollte und ob ich nicht unvermittelt ein für alle Mal in ihrem Irresein mit eingesperrt war, ohne es zu bemerken.“

Louis-Ferdinand Céline, Reise ans Ende der Nacht