Beobachtungen

Ein totes Huhn liegt in der Astgabel eines Baumes an der Elbe bei Strehla. Nanu? Zwei Eisvögel sitzen auf einem Anleger ganz in der Nähe, wenn sie sich nicht hin und her jagen. Auch die Schwalben kacheln noch über die Weinberge und das Elbtal bei Meißen. Die Bienenfresser allerdings sind über alle Berge. Große Starenschwärme allenthalben. Ich sitze am Steilhang in der Sonne und esse alte Apfelsorten von den verwilderten Streuobstwiesen ringsum.

Sommer adé

Die ausgedehnten Buchenbestände des Weicholdswaldes im oberen Osterzgebirge färben sich schon langsam gelb. Zwischen den einzelnen Schauern aus Nordwest scheint immer wieder für längere Zeit die Sonne und läßt die gelben Blätter leuchten. Auch unsere alte Linde im Garten in viel tieferer Lage weist im »Unterfell« bereits zahlreiche Gelblinge auf.

Spätsommer

Staubwolken über den Feldern, die Bauern scheppern mit ihren Traktoren eggend darüber hin. Der Sommer geht zu Ende. Mäuse machen sich unter Feldhecken zu schaffen, werden von mir aufgeschreckt und kreuzen über den Weg. Dieses Jahr ein Mausjahr?

Ich mag den Spätsommer und den Herbst, wenn es wieder stiller wird, die Tage noch warm sind und frisch schon die Abende. Ziehe mich dann gern auf einen Höhenzug zurück und sehe der Sonne beim Untergehen zu und wie sich die Täler mit Schatten füllen, bis nur noch ich auf meiner Höhe im letzten Sonnenlicht sitze.

Momentaufnahme

Am Waldrand. Blick nach Süden. Die Sonne schon weit im Westen. Im Dunst die offene Landschaft – Berge, Täler und Hochflächen. Die Sonne wärmt, Grillen zirpen, eine Fliege summt. Am Boden Waldameisen. Kein Wind, nur manchmal ein Hauch. Der Wald regt sich kaum. Dann wieder Stille – hörbar nur die Grillen und selten ein Vogel.