Betriebsärztin

Verdammte Hitze und unerträglich grelles Licht. Nach dem letzten Nachtdienst ohne zu schlafen zu einem Untersuchungstermin in die Stadt gefahren. Ich kann mich nur schwer an die Verkehrsregeln erinnern, so viele Autos und Menschen. Besonders im Univiertel scheinen die Leute vollkommen planlos durcheinanderzulaufen. In der Arztpraxis kann ich mich nicht erinnern, seit wann ich in meiner Firma arbeite. Ich mache mehrmals falsche Angaben, die ich dann durch neue falsche Angaben zu berichtigen versuche. Die Sprechstundenhilfe hält mich für einen Idioten. Später erklärt mir die Ärztin irgendetwas, ich versuche gar nicht erst zu erfassen, was sie mir sagen will. Ich nicke nur, schaue aus dem Fenster, nehme den Zettel, den sie mir gibt, lasse mir Blut abnehmen und pisse in einen Becher. Am Tresen gibt mir die Sprechstundenhilfe noch einen Zettel und erklärt mir, dass ganz wichtig wäre, dass ich … Ich höre gar nicht hin. Dann kann ich gehen. Als ich aus dem Ärztehaus komme ist es fast Mittag und noch heller und noch heißer und noch chaotischer.

Rein raus

Wollte mir heute das Militärhistorische Museum zu Gemüte führen, von außen. Ich bin mir immer noch unsicher, wie ich diesen eingefügten Donnerkeil finden soll. Schwanke zwischen „großartiger Geste“ und „großtuerischer aber banaler Geste“. Ich glaub, das Pendel schwingt zu letzterem.

Doch hab ich nur im Vorbeifahren einen Blick auf das Museum geworfen und bin gleich wieder umgekehrt. Das Stadtgewusel ertrag ich nicht, bekomme keine Luft im übertragenen Sinne. Fuhr also stracks aus der Stadt wieder hinaus auf ein menschenleeres, doch von einer Rinderherde bevölkertes Hochplateau. Wanderte dort allein in der Sonne umher, bepackt mit Kamera und Stativ, und fühlte mich bei jedem Schritte besser.