Großer Bogen

Sitze in den Weinbergen und schaue ins Elbtal hinunter. Die Grillen zirpen, meine Freunde die Bienenfresser sind auch wieder da und Starenschwärme nicht minder. Die Sonne scheint zwischen den Wolkenbänken hindurch, ein leichter Wind weht und der Rotmilan dreht seine Runden. Weil Idylle jedoch bekanntlich zu Kitsch führt und dieser abzulehnen ist, weil seiner Natur nach bereits protofaschistich und damit zwingend zu Untergang und Tod führend – aus diesem Grunde nur, um uns davor zu bewahren – hat es dem Winzer gefallen ein übel stinkendes Herbizid als Gegenmittel in seinem Weinberg zu verspritzen. Damit hat er mich, uns alle, Deutschland, die ganze Welt vor dem Verderben gerettet. Muss man sich nur mal richtig vor Augen führen.

Im Weinberg

Gestern durch Weinberge gestiegen. Zwischen Traminer, Scheurebe und Riesling auf steilen Pfaden und schiefen Treppen aufgehalten. Dabei den Versuch unternommen über Verschiedenes nachzudenken. Wie so oft ging das übel aus und ein Ergebnis ließ sich gar nicht finden. Später wurde ich unten im Schlosspark von Schloss Wackerbarth von tollwütigen Mücken in die Stirn gestochen, was dem Denkprozess letztlich auch nichts brachte. Habe beschlossen, über bestimmte Dinge gar nicht mehr nachzudenken. Der Energieverbrauch ist zu hoch und der Gewinn zu gering.