Ruhe

Vorgestern zufällig nach der Besichtigung des Oberauer Wasserschlosses in der Nähe des Waldbades auf einen Friedwald gestoßen. Das Konzept gefällt mir sehr in einer hölzernen Urne am Fuße eines Baumes im Wald beerdigt zu werden. Ab und zu kommt mal ein Eichhörnchen vorbei oder ein Trupp Wildschweine und leistet Gesellschaft.

Gestern dann auf den Höhen bei Zadel herumgewandert. In den Weinbergen finden die Winterarbeiten statt. Später den Sonnenuntergang beobachtet, das Elbtal unten lag schon in tiefem Schatten. Der Riese hat wieder die Mutter berührt und es wuchsen ihm neu die Kräfte.

Rundkurs

Gestern eine schöne Tour mit N. durch die Weinberge und an der Elbe entlang gemacht und dabei sehr gut unterhalten. Zufällig lief gerade die Weinernte im Weinberg. Ein paar Touristen, die uns für Mitarbeiter des Weinbaubetriebes hielten, habe ich hinsichtlich der diesjährigen Qualität der Trauben beraten und einen sehr guten 2019’er Jahrgang prognostiziert. Ich glaube recht fachkundig aufgetreten zu sein, obwohl ich keine Ahnung habe. Das ist aber nicht weiter aufgefallen. Später wunderbare Birnen von einen alten Streuobstwiese an der Abbruchkante zum Elbtal geerntet. Auf dem Rückweg beim ersten Einkehrversuch in einer Schänke gescheitert, weil es keine freien Plätze gab. Bei der nächsten Kneipe mehr Glück und bei schönem Blick auf die Elbe gut gegessen. Auf der Rückfahrt noch kurze Station im Stockfinsteren bei N.s alter Ausgrabungsstelle an der EUGAL-Trasse gemacht und über die Zeitläufte siniert.

Elbtalhänge

An den Elbtalhängen zwischen Zadel und Rottewitz unterwegs. Wo im Steilhang nahe Rottewitz eine Kolonie der harlekinesken Bienenfresser lebt, die seltsam rufend ihre Runden über den Weinbergen und dem Elbtal drehen. Auf dem Weg entlang einer Hecke in drückender Schwüle vor dem sich im Nordwesten schon aufbauenden Gewitter segelten in der Thermik handtellergroße Falter, die ich noch nie gesehen hatte – Segelfalter. Eine Weile haben wir uns beobachtet bis sie wieder hinter der Hecke verschwanden und ich weiter musste, denn das Gewitter kam näher. Auf der Rückfahrt nach Meißen dann eine kleine Sintflut mit Hagel und überschwemmter Straße.

Kirche, Weinberge und Bienenfresser

Schwer an einem sonnigen Vatertag ein Ausflugsziel zu finden, dass nicht von angesoffenen Halbstarken oder stiernackigen Brüllaffen beeinträchtigt ist. Das kleine Elbweindorf Zadel und dessen Umgebung wurde von diesen Kohorten zum Glück weitgehend verschont. Die weiße Kirche des Ortes hatte mich schon mehrfach von der anderen Elbseite herüber leuchtend zu einem Besuch gereizt.

Die Kirche offen und kaum jemand drinnen, wunderbar kühl und mit dem typischen Kirchenduft gesegnet. Auf der zweiten Empore eine kleine Ausstellung zur Geschichte des Bauwerks, in der hölzernen Brüstung Einritzungen gelangweilter Kirchenbesucher vornehmlich aus den 1950’er Jahren, in einer Ecke eine ausgelöste Mausefalle ohne Maus aber noch mit Restköder. Ich stieg bis in den Kirchturm hinauf, in welchen ein froschgesichtiges angeblich slawisches Götzenbild unklarer Herkunft eingemauert ist. Unter den Schuhsohlen knirscht der Dreck der im Kirchendachstuhl wohnenden Fledermäuse.

Nach einer Runde über den Friedhof weiter durch die Weinberge an der Steilkante entlang Richtung Rottewitz. In der Ferne sieht man Meißen mit dem Burgberg. (Einen Eindruck der Landschaft gewinnt man durch diese Bilderstrecke eines Meißner Fotografen.) Kurz vor Rottewitz ein Trupp Menschen mit Ferngläsern und Fernrohr:  Im Steilhang über der Elbe nistet hier eine Kolonie Bienenfresser. Noch nie hatte ich diese bunten Vögel bisher in Natura gesehen. Schließlich durch die Felder der Hochfläche wieder zurück nach Zadel.