Katastrophe

Japan. Die Ereignisse dort machen mich sprachlos. Ich habe sonst einen rationalen, naturwissenschaftlichen Zugang zu solchen Vorgängen. Man kann das alles erklären. Aber das macht nichts besser. Es ist apokalyptisch, man kann es nicht anders bezeichnen. Das brennt sich tief in das kollektive Bewusstsein eines Volkes.

Tal von Bamian

„Bamian besteht aus Bäumen, Flüssen, Höhlen. Das kleine Hotel steht oberhalb auf einer südlichen Klippe, mit einer kleinen Rollbahn dahinter, und wiederum dahinter erhebt sich im Norden die schneebedeckte Kette von Koh-i-Baba. Die Sonne ging genau am Ende des Tales unter, wie eine klare gelbe Flüssigkeit, die aus einem blaßblauen Himmel ablief. Das Tal war dämmrig und friedvoll. Zwei kräftig gebaute Buddhas ragen in Nischen in der nördlichen Felswand empor, wobei jede der Figuren gut über dreißig Meter hoch ist. Einstmals waren sie rot und gold, jetzt sind sie von derselben Lehmfarbe wie die Wand. …“

Peter Levi, Im Garten des Lichts, Mit Bruce Chatwin durch Afghanistan, 1969

Diese ungefähr 1500 Jahre alten Buddha-Statuen wurden 2001 von den Taliban gesprengt, vielleicht erinnert sich jemand daran. Ich sehe darin weniger einen Akt religiöser Verblendung als vielmehr ein Zeichen ausgesprochener Dummheit und Kulturbanausentums.

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