Identität

Lesenswerter Artikel im neuen Wirtschaftsteil des Freitag:

[…] Permanente Evaluationen am Arbeitsplatz führen zu einem Verlust von Autonomie und einer steigenden Abhängigkeit von externen Normen, die sich darüber hinaus ständig ändern. Dies führt zu dem, was der Soziologie Richard Sennett als „Infantilisierung der Angestellten“ bezeichnet hat. […]

der Freitag, Der neoliberale Charakter

Krank

L. – auch so ein kaputtes Mädchen – ist jetzt in einer Tagesklinik, um ihre Panikattacken in den Griff zu bekommen und ihren ausufernden Tablettenkonsum. Sie frisst Tavor wie andere Bonbons. Und nicht etwa, dass sie ihr dauerhaft etwas gebracht hätten außer Abhängigkeit.

Sie fuhr vor kurzem mit dem Auto an mir vorbei als ich auf Fototour war. Ich bin mir nicht sicher, ob sie mich gesehen hat. Ich wollte sie anrufen, wußte aber nicht, was ich sagen soll: Gute Besserung!, Komm bald wieder!, Ich vermisse dich!, Wie geht es deinen Möpsen*?

* Sie hat tatsächlich zwei dieser komischen Hunde.

Perfekt

Zwei Nächte auf einem harten, schmalen Feldbett geschlafen, weil das neue Bett zwar am vereinbarten Tag geliefert wurde, der Aufbautrupp aber erst am nächsten erschien. Hirnlose Outsourcerei. Doch jetzt ist alles gut. Es schläft sich hervorragend in dem neuen Bett – auch ohne Häschen.

Vorbereitung

Habe gerade mein altes Bett geschlachtet. Es hat sich gewehrt und mich mittels Stahlkrampe in den rechten Daumen gebissen. Blut und Schmerzen. Es hat ihm nichts genützt, die zerstückelte Leiche liegt jetzt in der Garage. Morgen kommt mein neues Bett. Für H. zu spät, für mich gerade noch rechtzeitig.

Schlusspunkt

Die Sache mit H. ist vorbei. Keine Küsse und Umarmungen, keine Blowjobs mehr. Ihr ist eingefallen, dass sie ihren Freund liebt und sie sich wieder fangen müsse. Im Grunde das, was ich ihr anfangs nahe gelegt hatte, bevor die Sache Fahrt aufnahm. Kein Streit, keine Vorwürfe. Nur in einem Punkt habe ich mich geirrt, zu glauben, dass es mir nichts ausmachen würde, wenn es aus ist.