Nina Simone: My baby just cares for me
Gestern im Radio was von Nina Simone gehört. Später im Netz recherchiert und unter vielem anderen dieses gefunden (es empfiehlt sich die HQ-Version):
Reflektion
Was einem wirklich zu schaffen macht, ist die Erkenntnis, seinen eigenen Ansprüchen nicht gerecht zu werden. Man möchte den äußeren Umständen die Schuld geben aber man ahnt im Innersten, dass man selbst es ist, der zu schwach und ungenügend ist. Man will sein grundsätzliches Scheitern nicht eingestehen und macht immer weiter, man scheut die Kapitulation, die unausweichlich ist.
Aufgeschnapptes
- „Die Kunst als Lebensmittel.“
- Musik von Arvo Pärt: Einfach und meditativ oder doch nur süßer Ohrenkitsch?
- „Abhanden gekommene Identität, bevor man eine entwickeln konnte.“
- Portraitfotografie: Begegnung mit Sterbenden. Eine reizvolle Aufgabe.
Abschaltung
Twitter gewogen und für zu leicht befunden. Ergo: Twitter-Account gelöscht.
Lesefutter
Diesmal einen kurzen Roman von 190 Seiten aus der Bücherkiste befreit – Palladium von Perikles Monioudis. Kurz angelesen. Der Schreibstil gefällt mir. Und alles für 2,99 Euro.
Die letztens erworbenen Erzählungen von Undine Gruenter sind übrigens ganz hervorragend. Sie sagen mir nicht alle in gleichem Maße zu. Aber die meisten der bisher gelesenen sind berührend, liegen mir vom Sujet und vom Stil. Alle Erzählungen drehen sich um Menschen, die aus verschiedenen Gründen mit Alleinsein, Einsamkeit, Stille und Verlassenheit in einem französischen Seebad an der Kanalküste konfrontiert sind.
Mantel der Geschichte
Aussterbende Mundarten können einem im Pflegeheim noch begegnen. Zum Beispiel das hartes Ostpreußisch einer Achtundneunzigjährigen. Glaube einen Punkt gemacht zu haben mit meiner schlesischen Großmutter. Vertreibung als verbindendes Element.
Splitter
- Ein Mann mit einem Bagger hat mir eine meiner Ruinen abgerissen (eins, zwei, drei, vier).
- Ein weiteres Buch mit Erzählungen – diesmal von Bernd Wagner – für 2,99 € aus der Wühlkiste befreit und nach Hause getragen.
- Ich habe für alles zu wenig Zeit, einfach für alles. Das wird immer schlimmer.
Freier Tag
Am frühen Morgen in die Firma gefahren, ein Röhrchen frischen Blutes dazulassen. Die Rückreise in traumhaftem Morgenlicht. Glühende Industrieruinen am Straßenrand.
Später eine Zeitung gekauft und wieder die Bücherwühlkiste in der Kaufhalle umgegraben. Unter der Abfallschicht von Groschenromanen, Rätsel- und Lebensberatungsbüchern ein paar Fundstücke. Am Ende einen Band mit Erzählungen von Undine Gruenter mitgenommen. Mängelexemplar – mir nicht erkenntlich. Die anderen guten wieder sorgsam unterm Abfall vergraben. Überhaupt, Erzählungen – die kleine Form reizt mich wieder sehr.
Landschaftsfotografie
Zur Inspiration, die mir gerade fehlt, sind Fotografien von Altmeister Ansel Adams immer gut. Hier mal in Form eines virtuellen Fotobuches zum durchblättern. (via kwerfeldein)
Sophie Zelmani: Most of the time
Heute im Auto vom Hotel der Verdammten kommend diese Cover-Version des Bob Dylan Songs gehört. Gefällt mir besser als das Original. Well done, Sophie!

