Einzelgänger

Ein wenig Urlaub jetzt. Ich fahre in der Gegend umher und fotografiere. Soziale Aktivitäten meide ich weitgehend, sie gehen mir zu sehr auf den Sack. Als zu große Zumutung erscheinen mir die meisten Menschen. Es gibt Ausnahmen aber die sind schwer zu finden. Morgen treffe ich mich mit N., wir machen einen Ausflug. Sie ist zum Beispiel so eine Ausnahme.

Beobachtungen

Ein totes Huhn liegt in der Astgabel eines Baumes an der Elbe bei Strehla. Nanu? Zwei Eisvögel sitzen auf einem Anleger ganz in der Nähe, wenn sie sich nicht hin und her jagen. Auch die Schwalben kacheln noch über die Weinberge und das Elbtal bei Meißen. Die Bienenfresser allerdings sind über alle Berge. Große Starenschwärme allenthalben. Ich sitze am Steilhang in der Sonne und esse alte Apfelsorten von den verwilderten Streuobstwiesen ringsum.

Irritation

Keine Probleme mit dem Aussehen und dem Geruch von Körperausscheidungen aller Art. Ich mache immer Witze darüber zum Ärger meiner zartbesaiteten Kollegen. Nur der merkwürdig dumpfe Geruch von großen Mengen Blut irritiert mich. Es ist ein eigenartig und schwer zu beschreibender Geruch. Mir wird nicht schlecht oder dergleichen, ich habe keine Probleme beim Anblick und funktioniere weiter. Es ist einzig dieser merkwürdige Geruch, der im Raum schwebt und der mir nahe geht und dieses auch erst bei größeren Mengen Blut.

Lager

Gestern dann noch von Zeithain in die Nähe von Mühlberg/Elbe gefahren und die Reste des Stalag IV B bzw. des Speziallagers Nr. 1 Mühlberg inspiziert. Es sind nur noch Grundmauern zu sehen, weil es nach der Auflösung des Speziallagers durch die Russen 1948 geschleift wurde. Das Gelände ist trotzdem gut gestaltet und mit zahlreichen Hinweistafeln versehen, so dass man den Aufbau des Lagers nachvollziehen kann. Kaum zu glauben, dass es in jüngster Zeit Überlegungen gab auf dem Gelände Kies abzubauen. Da fällt einem gar nichts mehr ein. Zum Glück ist die Idee vom Tisch.

Arbeit der Nacht

Nachts in der Pflegefabrik von einem Igel und Katzen besucht worden. Auch von der Polizei, die einen Entflohenen zurück brachten. Letztens sah ich zudem eine Sternschnuppe, des Weiteren wahrscheinlich die ISS und zusätzlich eine Fledermaus in deutlich niedrigerer Flughöhe. Sonst wurde von den Insassen gestürzt, gestorben und durchgedreht, wie man es von ihnen gewöhnt ist. Sitze jetzt aus Rekreationsgründen in einer sich entwickelnden Wildnis auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz Zeithain und hadere mit den Nachwehen meiner Migräne.