Korrekte Geschäfte

„Er wandte sich wieder seiner Arbeit zu. Der Lärm draußen war verstummt, und als ich bald darauf ging, blieb ich in der Tür noch einmal stehen. Von Fliegen umsummt, fiebernd, bewusstlos lag der heimgekehrte Agent auf seinem Lager; der andere, über die Bücher gebeugt, machte korrekte Eintragungen über absolut korrekte Geschäfte; und fünfzig Fuß hügelabwärts sah ich die reglosen Baumkronen im Hain des Todes.“

Joseph Conrad, Herz der Finsternis

Nacht

Eine der schlimmsten Nachtdienstsessions seit langer Zeit. Verschiedene Zutaten trugen dazu bei. Die bemerkenswerteste: Gastroenteritis, die durch das Haus galoppierte. Am Ende auch selbst betroffen. Das Kotzen und Scheißen ist das eine, die Folgen viel gravierender. Man muss sich nach 5 Schritten hinsetzen, weil der Kreislauf durch den Flüssigkeitsverlust vollkommen am Boden ist. Und die Arbeit wird immer mehr, die Zeit scheint stehenzubleiben.
Bisher ist Herr H. (Link) nicht betroffen. Falls es ihn erwischt, kann es sein Ende sein und kein Schönes. Man muss sich das vorstellen, vollkommen gelähmt, nur der Kopf etwas beweglich, Hilfe nur mittels Sprachsteuerung über Telefon rufbar – unmöglich mit einem Mund voll Kotze. Er erstickt bei vollem Bewusstsein.

 

Grenzland

Im Kammgebiet des Osterzgebirges jenseits der Grenze. Eine merkwürdige, bedrückende Atmosphäre in diesen verschwundenen Dörfern, in dieser vom Menschen bereinigten Landschaft. Vorderzinnwald, Voitsdorf, Ebersdorf und wie sie alle hießen. Die uralten Lesesteinwälle sind noch da, man erkennt die ehemaligen Hofstellen, die nur noch graue Schutthügel sind mit Salweiden bewachsen, die früheren Hofeinfahrten. Jahrhundertealte Dörfer abgerissen. Kein Mensch mehr da.

Kämpfe oder stirb

„Zwischen dem Dunkel der Erde und dem Dunkel des Himmels loderte die Flamme mächtig aus einem purpurnen Kreis der See empor, einer leuchtenden Scheibe, in der blutrot die Funken spielten, einer Wasserscheibe, funkelnd und finster zugleich. Eine hohe, klare Flamme, eine einsame und gewaltige Flamme stieg aus dem Ozean auf, und von ihrer Spitze quoll der schwarze Rauch unablässig gen Himmel. Das Schiff brannte wütend, voller Trauer, ehrfurchtgebietend wie ein Scheiterhaufen, der des Nachts entzündet wird, vom Meer umgeben, von den Sternen bewacht. Es war ein prachtvoller Tod, wie eine Gnade, ein letztes Geschenk, eine Belohnung für das alte Schiff am Ende seiner langen Mühen. Es war ergreifend, wie es seinen müden Geist den Sternen und dem Meer anbefahl, das Bild eines strahlenden Sieges.“

Joseph Conrad, Jugend