Digitalisierung

Kleines Fazit der delegierten Filmscannerei: Mit den Scans des farbigen Kleinbildfilms sehr zufrieden. Kleiner Beschnitt technisch bedingt. Entwicklung und/oder Scan des schwarzweißen Rollfilms leider enttäuschend. Technisch gut aber weit ab von dem, was ich mir vorgestellt habe. Jedenfalls gefallen mir meine unbeholfenen Epson V700 Scans besser.

2 x N.

Man drängt mich ungewollt in eine Karriere hinein. Hätte ich an so etwas Interesse, würde ich mich freuen. Man überredete mich sogar mit der Gilde der mittelhohen, hohen und höchsten Chefs für einige Tage eine Messe in der Stadt zu besuchen, in der früher Reichsparteitage abgehalten worden sind. Alles auf Firmenkosten natürlich, Hotel, Essen, Nutten. Höchste Zeit zu kündigen, rät dringend mein innerer Bartleby. Vielleicht aber lieber doch nicht, denn ein wachsender Trost ist mir N., die, seit wir dienstlich einige Nächte verbrachten und uns dabei sehr gut unterhielten, langsam zutraulich wird, worüber ich mich, im Gegensatz zum Vorgenannten, sehr freue.

Nummer 2

Der Fehler bei meiner Nikon F90x hat sich wiederholt. Nach einem Probeschuss funktionierte dann wieder alles. Nochmals mit Spiritus die Kontakte gereinigt, doch von dem Fall bereits so genervt, dass ich mir eine andere F90x bestellte. Ich brauche Zuverlässigkeit. Heute mit Nr. 2 unterwegs. Mal sehen wie die sich schlägt. Nr. 1 bleibt zum Ausschlachten. Das hat sie nun davon.

Heute erstmals zwei belichtete Film zu Mein Film Lab geschickt, den ersten Kleinbildfilm aus der Nikon F90x (Nr. 1) und einen Rollfilm aus der Bessa III. Entwickeln werden sie mindestens so gut wie Photostudio 13, denen ich gerne treu geblieben wäre, aber das Scannen bekomme ich mit meinen Hausmitteln in zufriedenstellender Qualität nicht hin und bei denen ist es dermaßen teuer, das es leider keine Option sein kann.

Tragödie to go

Der Nachbar eines Ruinengrundstückes am Fluss, das ich fotografiere, ist erst misstrauisch wegen meines verdächtigen Tuns. Schnell kann ich ihn überzeugen, dass ich weder stehlen noch randalieren will. Ich frage ihn ob er wüsste, was aus dem großen verwilderten Grundstück mit den verfallenden Gebäuden werden solle. Der Eigentümer hatte schon mit der Renovierung der Häuser begonnen, erzählt er. Doch dann kam die Flut 2002 und seine Tochter, die noch etwas auf dem Grundstück sichern wollte, sei vom Hochwasser mitgerissen worden. Erst einige Kilometer flussabwärts hätte man sie gefunden – tot. Seitdem hätte der Eigentümer nichts mehr an den Gebäuden getan.

O tempora, o mores

Ich habe von Anfang an nicht verstanden, wo der Fortschritt  bei der Schaffung des neuen Sterbehilfegesetzes liegen soll. Der Fortschritt, der unheilbar Kranken, die ihr Leben selbstbestimmt beenden wollen, helfen soll. Einmalige Hilfe beim Suizid ist nicht verboten. Geschäftsmäßige im Sinne von wiederkehrender Hilfe beim Suizid ist verboten. Also genau das, was Sterbehilfeorganisationen oder Ärzte an Beratung, Organisation und Hilfe leisten könnten. Bleibt einem austherapierten Sterbewilligen nur die Möglichkeit selbst in die Schweiz oder in die Niederlande zu reisen. Wo er gerade am Ende seiner Krankheit vor Kraft strotzt und dieses problemlos mehrmals absolvieren kann. Man stellt auf bloße Palliation ab, also auf Erleichterung der Leiden, die aber gefälligst auszuhalten sind. Lehnt man das ab, macht man es eben wie Wolfgang Herrndorf und kauft sich einen Revolver, um Herr über das eigene Leben und dessen Ende sein zu können. Hat man die Möglichkeit dummerweise nicht, nimmt man eben einen Strick und geht auf den Dachboden oder steckt den Kopf in den Gasherd. So und nicht anders geht Fortschritt.