Parkansichten

Sitze verrotzt aber vergnügt auf einer Bank im Schlosspark von Pillnitz in der Sonne und beobachte Eichhörnchen, Mandarinenten und die wenigen Touristen. Von den Mitarbeitern der Parkverwaltung werden gerade die großen Kübelpflanzen eingesammelt und in die Orangerie verfrachtet. Die Kamelie wird sicher auch bald eingehaust, letzte Nacht war es schon Nahe null Grad. Jetzt tanzen Unmengen kleiner Insekten in der warmen Sonne und die Spinnweben fliegen. Ich liebe den stillen Herbst. Das Leben ist schön.

Verschwunden

A. ist nach Beendigung ihrer Reha wieder in ihre Heimatstadt zurückgekehrt. Zu einem Treffen ist es nicht mehr gekommen, sie hat sich auch nicht wieder gemeldet. Mein soziales Frühwarnsystem hat mir schon zeitig gemeldet, dass was nicht stimmt. Ist auch nicht schlimm. Man muss den Kontakt nicht künstlich und verkrampft am Leben erhalten. Good night, good luck and thanks for coming.

Noch unentschieden

Zu meinem Krankheitsbild gehört das immer wieder aufflammende und kaum zu kontrollierende Verlangen nach einer neuen alten Kamera. Nur noch die eine, dann ist es gut, sagt eine verführerische Stimme in meinem Kopf. Halt die Fresse, er hat genügend Kameras, sagt undiplomatisch die Vernunft. Halt selber die Fresse, du Erbsenzähler, das spielt doch keine Rolle, sagt dann die sanfte Stimme. Und immer so weiter …

Hätt ich mir nur nicht die Garten-Polaroids von Arno Fischer angesehen.

Tiere streicheln

Gestern einmal den kleinen Tierpark in der Hebelei besucht. Ich glaube, ich war der einzige Besucher. Mir gefiel das, für den Tierpark ist es wohl eher schlecht. Verschiedene Haustierrassen gibt es zu sehen, wer Spektakuläres erwartet ist hier falsch. Ich hingegen mag das Einfache und Geerdete. Die hysterische Kunstwelt da draußen nervt mich schon zu sehr. Da sind mir aufdringliche Ziegen, die alle unbedingt gestreichelt werden wollen, furzende Esel, der handtaschengroße Nachwuchs der Minischweine und die Begrüßungskatze am Eingang samt dem bodenständigen Personal wesentlich lieber.