Stadtbummel

Mit N. durch die Stadt gebummelt. Von der Altstadt über die Augustusbrücke und dann flussabwärts immer an der Elbe entlang. Ursprünglich wollten wir zu einem Vortrag gehen aber dafür war mir das Wetter zu schön. Unterwegs gesonnt und gut unterhalten. Nach meinem Geschmack zu viele Menschen unterwegs aber es war trotzdem schön. Und wieder diese Merkwürdigkeit festgestellt, ist man alleine unterwegs sehen einen die Frauen, denen man begegnet, kaum ins Gesicht, sie nehmen anscheinend gar keine Notiz von einem. Ist man jedoch in Begleitung einer Frau wird man interessiert zur Kenntnis genommen, die Frauen schauen einen länger an, direkt in die Augen und halten länger den Blickkontakt. Auf dem Rückweg durch die Stadt hat N. mir Kokoswasser gekauft. Ich sollte das mal probieren. Schmeckt merkwürdig aber ich habe es tapfer ausgetrunken.

Redebeitrag

Das Problem unserer Zeit und Gesellschaft: Man verkauft das Diskutieren über ein Problem schon für die Lösung dieses Problems – im Großen wie im Kleinen. Und neunzig Prozent der Deppen da draußen ist damit vollkommen zufrieden. In ihrer infantilen Naivität freuen sie sich sogar auch einmal „gehört“ worden zu sein.

Zurück in die Vergangenheit

Ein runder Geburtstag steht an. Ich hatte lange keine Geschenkidee. Dann fielen mir die vielen Schallplatten ein, die wir aus früheren Zeiten noch haben. Einen Plattenspieler dazu gab es nicht mehr. Ein neuer Plattenspieler nebst Aktivboxen mit Phono-Eingang erschien mir also als ein schönes Geschenk. Von den Preisen hatte ich anfangs nur diffuse Vorstellungen. Ich wollte auf alle Fälle Qualität. Damit schieden die billigen China-Dreher aus, die sich nur mit einem angekauften Markenlabel schmücken aber einen anfälligen Motor haben und von schlechter Verarbeitungsqualität sind. Nach einiger Recherche fand ich heraus, dass in St. Georgen im Schwarzwald immer noch Plattenspieler hergestellt werden. Das hatte ich nicht erwartet. Preislich zwar weit über meinen schwammigen Anfangsvorstellungen aber eben Qualität. Letztlich ist es der Dual CS 505-4 und das Magnat Multi Monitor 220 Aktivboxensystem geworden. Ich freu mich.

Umbruchszeit

Lese seit einiger Zeit mit Gewinn »Die Besiegten« von Robert Gerwarth über die Zeit nach dem Ende des 1. Weltkrieges und die über den Waffenstillstand hinaus fortdauernden Gewaltexzesse besonders im Osten Europas. Die zerfallene Vorkriegsordnung, das dadurch entstandene Machtvakuum bzw. die aus Revolution und Niedergang geborenen schwachen Nachkriegssysteme als ideale Bedingungen für die Fortdauer der Gewalt. Viele spätere Entwicklungen werden durch die Beleuchtung dieser Zeit besser verständlich. Der Zerfall des Alten ist das eine, doch bis an dessen Stelle etwas stabiles Neues getreten ist, ist es ein langer Weg. Und wie dieses Neue dann aussieht ist noch eine ganz andere Frage. Durchaus sehr aktuell.

Seeluft

Cocooning geht auch sehr gut auf den Weltmeeren. Als geeignetes Hilfsmittel hierfür erscheint mir die Bering 77, eine robuste und doch sehr elegante Trawler-Yacht von 23,5 Metern Länge mit großer Reichweite und hoher Seefestigkeit. Sie kann mehrere Wochen auf See bleiben und hat bei einer Geschwindigkeit von 8 Knoten eine Reichweite von mehr als 4.000 Seemeilen. Dieses Boot brauche ich unbedingt für meinen Seelenfrieden. Hoffentlich gibt es so etwas auf Kassenrezept.

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