Sterbefälle

Kenne nun tätigkeitsbedingt viele Bestattungsunternehmen der näheren und ferneren Umgebung. Immer wieder kurze aber interessante Gespräche mit den Sargträgern, die nachts die Verstorbenen abholen kommen. Meist sind es Männer, es waren aber auch schon einige Frauen dabei. Helfe dann manchmal beim Einsargen sperriger Leichen.

Die Ärzte, welche die Leichenschau durchführen nicht minder interessant. Manche ganz penibel und nach Lehrbuch vorgehend, lassen die Leiche drehen, um sich die Ausbildung der Totenflecken anzuschauen und versuchen Herztöne mit dem Stethoskop zu erlauschen. Andere schauen nur kurz auf den Toten ohne ihn anzufassen und fragen mich ob vielleicht ein Messer im Rücken steckt. Ich verneine wahrheitsgemäß.

FGA/VI/1

FGA/VI/1

Denkmal einer MiG-17 auf dem ehemaligen Militärflugplatz Großenhain. Der Flugplatz ist über 100 Jahre alt und wurde zwischen 1945 und 1993 von den sowjetischen Streitkräften genutzt. Das Denkmal wurde 1974 errichtet, die ehemals umgebenden Kasernenbauten aus den 1930’er Jahren nach der Wende abgerissen. Beim sogenannten Pfingsttornado 2010 wurde das Leitwerk der MiG-17 stark beschädigt.

Herr K.

Neulich fiel Herr K. bei den Mülltonnen tot um. Ein etwas sonderlicher Schizophrener mit Verwahrlosungstendenz, ein netter Kerl Mitte fünfzig. Hat nachts selten geschlafen, nur geraucht, Kaffee getrunken und gegessen was er finden konnte. Manchmal hat er mir einen Kaffee vorbei gebracht oder Reiseführer und Zeitschriften über Tiere und wir haben uns ein bisschen unterhalten. Ich werde ihn vermissen.

Gedankenspiel

Quick and dirty wegen Jetlag nach vielen, langen Nachtdiensten zusammenphantasiert:

Man könnte die neue Sau DSGVO, die gerade durch das germanische Dorf getrieben wird, ab dem 25. Mai 2018 auch einmal dafür nutzen, seinem Arbeitgeber den Puls ein wenig hochzutreiben. Das Anrufen im Frei zum Beispiel ist in der Pflege eine weit verbreitete Unsitte. Was können die Mitarbeiter jedoch für die grundsätzlich mangelhafte Personalausstattung im Pflegeheim, diese ist eine Organisationsaufgabe des Arbeitgebers. Ein permanenter Mangel ergo ein Organisationsverschulden desselben. Mal abgesehen davon, dass dieses Vorgehen auch gegen andere Vorschriften verstößt, könnte man das Anrufen von Mitarbeitern in ihrem geplanten Frei zum Beheben des vom Arbeitgeber selbst verschuldeten Missstandes auch als missbräuchliche Nutzung von Mitarbeiterdaten seitens des Arbeitgebers hinstellen. Denn ich und andere haben der Nutzung ihrer Telefonnummer für diese Zwecke meines Wissens nie zugestimmt. Falls doch, könnte man widerrufen, was jederzeit möglich ist, und für den Wiederholungsfall eine kostenpflichtige Abmahnung ankündigen.

Keine Ahnung ob das funktioniert, wahrscheinlich nicht, aber es beschäftigt den Feind und das alleine zählt schon.

Meißen

Mit N. einen Nachmittag durch das tausendjährige Meißen abseits der Touristenpfade. Leider hatte das von mir ausgespähte Restaurant einen vorgezogenen Ruhetag eingelegt. Im Garten nur ein stummer alter Zausel und ein wie toll bellender Hund. Also woanders eingekehrt. Auch schön. Die ganze Zeit gut unterhalten. Doch Sozialkontakt welcher Art auch immer strengt mich unheimlich an. Zum Glück ist die Frau unkompliziert und bar jeden affektierten Gehabes.